Max Verstappen geht mit gedämpften Erwartungen in seinen Monaco-Grand-Prix: Red Bull sei noch zu langsam für den Sieg, und auf einer Strecke, auf der Überholen aus seiner Sicht fast unmöglich bleibt, werde das Wochenende vor allem in der Qualifikation entschieden.
Der Red-Bull-Pilot sagte vor dem Rennen, das Team habe seit Saisonbeginn Fortschritte gemacht und sei nach dem ersten Podium des Jahres in Kanada näher an das gewünschte Niveau herangerückt. Für Monte Carlo erwartet er trotzdem keinen echten Angriff auf den Sieg. „Wir müssen bei den Fakten bleiben. Wir sind zu langsam für den Sieg. Das wird hier auch so sein“, sagte Verstappen. Ferrari sieht er als Favoriten, weil das Team „extrem stark in den langsamen Kurven“ sei.
Gerade deshalb misst Verstappen dem Samstag die größte Bedeutung bei. In Monaco bleibe Überholen auch mit den neuen, etwas schmaleren Autos „eine haast onmogelijk opgave“. Der Versuch mit zwei Pflichtboxenstopps im Vorjahr habe „wenig ausgerichtet“, sagte er. Wenn am Sonntag kaum Boden gutzumachen ist, steigt der Druck auf die entscheidende Runde im Qualifying noch weiter.
Verstappen machte zugleich klar, dass Red Bulls Problem in Monaco nicht nur das reine Tempo in langsamen Kurven ist. Dort sei das Auto „wel oké“, sagte er, aber über die Kerbs und bei der generellen Fahrbarkeit sei es „noch nicht optimal“. Genau das kann in Monte Carlo den Unterschied ausmachen, weshalb er selbst einen Podestkampf nur schwer einschätzen wollte. „Realistisch gezien... ik weet het niet“, sagte er. Das Auto sei „nicht in allen Bereichen großartig“.
Dass das Rennen praktisch vor seiner Haustür stattfindet, ändert an seiner Sicht wenig. Verstappen lebt seit Ende 2015 in Monaco und hat den Grand Prix bereits zweimal gewonnen, 2021 und 2023. Einen besonderen Zauber verbindet er damit inzwischen aber kaum noch. „Für mich ist es einfach eines der Rennen, bei denen es 25 Punkte zu holen gibt“, sagte er und fügte hinzu, dass vor allem der erste Monaco-Sieg etwas Einzigartiges sei.
Seinen trockensten Satz des Tages lieferte Verstappen, als er auf die Passage an seinem Zuhause angesprochen wurde. Zu niederländischen Medien, darunter RacingNews365, sagte der viermalige Weltmeister: „Hoffentlich parke ich ihn nicht auf der anderen Seite in der Mauer. Dann wäre ich immerhin sofort zu Hause.“
Für Red Bull macht genau diese Nüchternheit die Lage deutlich: Monaco ist für Verstappen kein romantisches Heimrennen, sondern ein Wochenende, an dem ein nicht perfektes Auto auf einer Strecke ohne echte Korrekturmöglichkeit funktionieren muss. Wenn das nicht schon am Samstag gelingt, wird auch am Sonntag kaum noch etwas zu retten sein.
© Morio