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Stroll hält trotz Aston-Martin-Krise am Projekt fest

Lance Stroll hält trotz Aston Martins desolatem Start in die Formel-1-Saison 2026 am Langzeitprojekt fest und spricht öffentlich weiter von einer „sehr hellen“ Zukunft für das Team. Der Kanadier sagte in einem auf der Aston-Martin-Website veröffentlichten Interview, er wolle die schwierige Phase „durchstehen“ und Teil des Weges bleiben, den das Team eingeschlagen hat.

Gerade das verleiht seinen Aussagen Gewicht. Vor der Saison waren die Erwartungen an Aston Martin nach der Verpflichtung von Adrian Newey und dem neuen Werksmotoren-Deal mit Honda so hoch wie lange nicht mehr. Auf der Strecke folgte dann einer der schwächsten Starts der jüngeren Vergangenheit: Das Team verpasste große Teile des Shakedowns in Barcelona, absolvierte bei den Bahrain-Tests den niedrigsten Rundenzähler aller 11 Teams und brachte bis zum Grand Prix von Miami kein komplettes Fahrerduo ohne Ausfall durch ein volles Rennen.

Die Probleme lagen laut den vorliegenden Berichten vor allem im neuen Honda-Paket. Der AMR26 litt unter Vibrationen des Antriebs, anhaltenden Zuverlässigkeitsproblemen und fehlender Grundpace. Die starken Vibrationen machten das Auto für Stroll und Fernando Alonso zeitweise sogar physisch schwer fahrbar.

Trotzdem betonte Stroll, dass Aston Martin aus seiner Sicht weiter über die richtigen Grundlagen verfügt. Lance Stroll, Aston-Martin-Fahrer, verwies auf „unglaublich talentierte Leute“ am AMR Technology Campus sowie auf das Potenzial der neuen Werkzeuge wie des CoreWeave AIR Tunnel und des Simulators. Aston Martin habe „alle Elemente, um ein Siegerteam zu werden“, sagte er, es gehe nun darum, dieses Potenzial freizusetzen.

Stroll ordnete die Krise nicht als Grundsatzproblem ein, sondern als Belastungsprobe für ein Team im Aufbau. Schwierige Phasen würden einen immer testen, sagte er, aber auch zeigen, „wer wirklich an das glaubt, was man aufbaut“. Entscheidend sei, auch dann engagiert zu bleiben, wenn Resultate ausbleiben und Probleme gemeinsam gelöst werden müssten. Er glaube aufrichtig, dass die Grundlagen, die Aston Martin derzeit lege, „in Zukunft zu etwas sehr Besonderem führen können“.

Dazu passt auch sein Verweis auf die Dynamik der Formel 1. Ein paar Monate könnten das Bild komplett verändern, sagte Stroll, deshalb dürfe man sich weder von Hochs noch von Tiefs zu stark treiben lassen. Natürlich sei die Lage frustrierend, weil jeder im Team hart arbeite und mehr wolle. Gerade dann müsse man aber weiterarbeiten, ehrlich benennen, wo Verbesserungen nötig sind, und dem Prozess vertrauen.

Vor dem Kanada-Grand-Prix gab es immerhin erste Anzeichen einer Stabilisierung. In Miami sah Aston Martin 2026 erstmals beide Autos im Ziel, nachdem Honda laut den Berichten Fortschritte bei der Beseitigung der Vibrationsprobleme gemacht hatte. Alonso sagte danach, das Auto verhalte sich „wieder normal“, was Aston Martin zumindest die Chance gibt, sich nun stärker auf die fehlende Performance zu konzentrieren statt nur auf das reine Durchkommen.