Für den Österreich-Grand-Prix in Spielberg werden Temperaturen von bis zu 35 Grad erwartet, begleitet von einer orangefarbenen Hitzewarnung. Damit könnte das Wochenende am Red Bull Ring zum bislang heißesten Rennen der Formel-1-Saison werden.
Der österreichische Wetterdienst sieht für das Rennwochenende Werte, die an allen drei Tagen über 30 Grad bleiben könnten. Mehrere Berichte nennen eine mögliche Spitze von 35 Grad. Das liegt zwar unter den mehr als 40 Grad, die in diesen Tagen in Teilen Europas gemeldet oder erwartet werden, würde für Spielberg aber dennoch außergewöhnlich belastende Bedingungen schaffen.
Entscheidend ist dabei nicht nur der reine Temperaturwert. Für den Red Bull Ring werden überwiegend wolkenloser Himmel, kaum bis gar kein Wind und lange Sonnenphasen prognostiziert. Für Freitag sind rund 32 Grad und etwa 15 Sonnenstunden genannt worden. Gerade an einem Kurs, an dem große Teile der Zuschauerbereiche der Sonne direkt ausgesetzt sind, dürfte das die Hitzebelastung zusätzlich verschärfen.
Auch sportlich und technisch ist die Lage relevant. Hohe Außentemperaturen treffen in Spielberg auf eine Strecke mit markanten Höhenunterschieden und langen Vollgaspassagen. Das erhöht den Druck auf die Kühlung und macht den Lauf nicht nur für die Fahrer im Cockpit, sondern auch für die Power Units und die Kühlsysteme der Autos zu einem echten Stresstest.
Sollten sich die Prognosen bestätigen, wäre Österreich nicht nur gefühlt, sondern auch messbar ein neuer Hitzepunkt im Kalender. Ein Bericht verweist darauf, dass die FIA im weiteren Verlauf der Woche eine offizielle Heat Hazard Declaration ausgeben könnte. Diese Einstufung kommt typischerweise in Betracht, wenn für ein Rennwochenende Temperaturen von mehr als 31 Grad erwartet werden.
Eine solche Erklärung hätte direkte Folgen für das Feld. Dann müssten die Fahrer die umstrittene Kühlweste verwenden oder ein entsprechendes Ballastgewicht im Auto mitführen. Damit würde die Wetterlage in Spielberg nicht nur zur Belastungsprobe für Mensch und Material, sondern auch zu einem Faktor, der die Bedingungen im Grand Prix selbst spürbar verändert.
© Jonathan Borba