Carlos Sainz hat Williams in Montreal zum ersten Mal in der Formel-1-Saison 2026 in SQ3 gebracht und sich mit Platz zehn für den Sprint in Kanada die bisher beste Qualifying-Platzierung des Teams in diesem Jahr gesichert.
Der Spanier schaffte den Sprung aus SQ2 denkbar knapp und setzte sich gegen Nico Hülkenberg um wenige Hundertstel durch. Die vorliegenden Berichte nennen dabei einen Vorsprung von 0,048 oder 0,032 Sekunden. In SQ3 fuhr Sainz anschließend eine 1:14,536 und machte damit Startplatz zehn auf dem Circuit Gilles Villeneuve fest.
Das Ergebnis wiegt für Williams umso mehr, weil das Team nach einem schwierigen Saisonauftakt weiter nach Lösungen sucht und in diesem Jahr bislang nicht wie ein klarer Kandidat für Top-10-Startplätze ausgesehen hatte. Montreal wurde damit zu einem kleinen, aber wichtigen Fortschritt.
Erschwert wurde der Freitag auch dadurch, dass Alex Albon nach seinem Zwischenfall im ersten freien Training gar nicht an der Sprint-Qualifikation teilnehmen konnte. Albon hatte ein Murmeltier getroffen, wobei sein Auto laut den Berichten stärker beschädigt wurde als zunächst erwartet. Williams musste unter anderem Getriebe und Antriebseinheit wechseln, sodass Albon keine echte Chance mehr hatte, das Potenzial des Autos zu zeigen.
Sainz sagte nach der Session in Montreal: „Es war ein sehr gutes Sprint-Qualifying für uns. Vor allem in SQ2 glaube ich, dass ich eine sehr gute Runde gefahren bin, die es mir erlaubt hat, zum ersten Mal in diesem Jahr in Q3 einzuziehen.“
Auf den Williams-Kanälen hob er besonders diese Runde auf den Medium-Reifen hervor. Es sei das erste SQ3 des Jahres und das erste Qualifying gewesen, in dem das Team wirklich um die Top 10 gekämpft habe. Seine SQ2-Runde sei „eine der besten des Jahres, wenn nicht die beste bisher“ gewesen, sagte Sainz, und fügte hinzu, dass Williams „mit dem Fortschritt zufrieden“ sein könne.
Damit bekommt das Ergebnis auch über den reinen Startplatz hinaus Gewicht. Sainz bezeichnete den Einzug in SQ3 als „Mini-Belohnung“ für die Anstrengungen des Teams, die Lage wieder zu verbessern. Für Williams ist Platz zehn in der Sprint-Startaufstellung damit nicht nur ein Achtungserfolg, sondern eine realere Ausgangsposition, um am Samstag um Punkte zu kämpfen.
© Jonathan Borba