Red Bull will die Spekulationen um Max Verstappens Zukunft nicht mit öffentlichen Botschaften beenden, sondern mit mehr Leistung des RB22. Teamchef Laurent Mekies sagte vor dem Grand Prix von Ungarn, die „beste Art, dem Thema ein Ende zu setzen“, sei es, die letzten fehlenden Zehntel zu finden und dem Weltmeister wieder ein Auto auf Sieg-Niveau zu geben.
Mekies machte klar, dass sich an der Linie des Teams trotz der anhaltenden Transfergerüchte nichts geändert habe. Verstappen steht zwar bis Ende 2028 unter Vertrag, doch leistungsbezogene Klauseln können ihm einen früheren Abgang ermöglichen. Für Red Bull ist deshalb nicht die Vertragslage der Hebel, sondern die Konkurrenzfähigkeit des Autos. Die „absolute Priorität“ sei, den Wagen schneller zu machen, um so „den besten Fahrer der Welt“ zu halten.
Im Fahrermarkt laufe das Thema laut Mekies in beide Richtungen. Verstappen werde naturgemäß von allen Seiten kontaktiert, „weil er der beste Fahrer der Welt ist“. Zugleich bekomme auch Red Bull Anrufe von „vielen sehr guten Fahrern“. Mekies bestätigte zudem, dass Verstappens Umfeld im vergangenen Monat Kontakt mit McLaren hatte. Allerdings habe Zak Brown seitdem erneut betont, dass McLaren mit Lando Norris und Oscar Piastri weitermachen wolle.
Ablenken lasse sich Red Bull davon nach Mekies’ Darstellung nicht. Der Fokus liege komplett darauf, das Auto „so schnell wie möglich“ zu machen. Genau darin sieht er auch den einzigen belastbaren Weg, die Debatte um Verstappen zu beruhigen: „Wie ich schon sagte, die beste Art, dem Thema ein Ende zu setzen, ist, diese zwei oder drei letzten Zehntel zu finden. Genau darauf ist jeder konzentriert.“
Als Beleg für Fortschritte verwies Mekies auf das große Update, das Red Bull beim Österreich-Grand-Prix gebracht hatte. Seitdem sei Verstappen in den vergangenen drei Rennen zweimal aufs Podium gefahren, obwohl in Silverstone ein Ausfall nach einem Problem mit dem Heckflügel dazwischenlag. Nach Mekies’ Darstellung hat Red Bull einen Rückstand von mehr als einer Sekunde zu Saisonbeginn inzwischen auf „nur noch die letzten zwei oder drei Zehntel“ reduziert.
Diese Entwicklung ist für Red Bull auch deshalb wichtig, weil Mekies die aktuelle Fahrerpaarung ausdrücklich erhalten will. Er bezeichnete Verstappen und Isack Hadjar als „die ideale Kombination“ und verwies auf Hadjars Formkurve als weiteren Grund für diese Linie. Der Franzose wurde in Belgien Sechster, obwohl er nur von Startplatz 21 losfuhr, und baute damit seine Serie auf sechs Top-6-Ergebnisse in Folge aus.
Für Red Bull geht es damit vor der Sommerpause nicht nur um die üblichen Gerüchte des Fahrermarkts, sondern um eine klarere sportliche Frage: Ob das Team dem RB22 schnell genug die letzten fehlenden Zehntel geben kann, um Verstappen zu halten und die Wunschbesetzung mit Hadjar über 2027 hinaus zusammenzuhalten.
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