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Red Bull: RB22 ist das Problem, nicht der Motor

Nach drei Rennwochenenden samt Sprint steckt Red Bull mit dem RB22 viel tiefer fest als erwartet. Das Überraschende dabei: Nicht der neue Red-Bull-Ford-Antrieb steht im Zentrum des Fehlstarts, sondern ein Auto, das zu langsam, unberechenbar und kaum zu verstehen ist. Red Bull liegt mit 16 Punkten nur auf Rang sechs der Konstrukteurs-WM, Mercedes hat 135, Ferrari 90. Max Verstappen steht mit 12 Zählern nur auf Platz neun der Fahrerwertung, Isack Hadjar beschreibt den Wagen am Suzuka International Racing Course mit ungewöhnlicher Klarheit.

„Wir haben eine gute Power Unit, der Motor ist gut. Aber die Chassis-Seite ist schrecklich, viel zu langsam in den Kurven. Der einzige positive Punkt ist, dass ich das Auto schnell fahren kann, aber wir haben keine Ahnung, wie wir es jetzt weiterentwickeln sollen“, sagte Isack Hadjar, Red-Bull-Fahrer, in seiner Einschätzung der Probleme.

Damit verdichtet sich nach den ersten drei Veranstaltungen ein Bild, das im Winter so kaum erwartet wurde. Vor dem Saisonstart drehte sich viel um die Frage, wie konkurrenzfähig Red Bulls erster eigener Formel-1-Antrieb mit Ford sein würde. Jetzt entlastet selbst Verstappen den Motor mehrfach. „Unser Energieeinsatz ist gut, das ist nicht unser größtes Problem“, sagte Max Verstappen, Red-Bull-Fahrer, im Gespräch mit Medien, darunter RacingNews365. Im selben Mediengespräch sagte er auch: „Ich denke, auf der Motorenseite können Korrelation und Kalibrierung zwar besser sein, aber bei der reinen Leistung ist das ganz sicher nicht unser schlimmstes Problem.“

Verstappen benennt damit eher Detailarbeit als einen Grundfehler. Er sagte laut Medienberichten, Red Bull müsse den Energieeinsatz besser verstehen und in Kalibrierung und Kommunikation sauberer werden. Das passt zu einem Projekt, das noch neu ist. Es passt aber nicht zu der Vorstellung, dass der Motor Red Bulls Saison schon nach drei Rennen blockiert.

Viel härter klingt alles, was aus dem Cockpit über das Chassis kommt. Hadjar schilderte in Suzuka, wie schnell der RB22 seine Balance verliert oder komplett dreht. „Wir haben keinen Abtrieb, das ist alles. Es geht sehr, sehr schnell in die eine oder andere Richtung. Im FP3 war die Balance noch genau andersherum, dann gehen wir ins Qualifying, und plötzlich ist es anders“, sagte Isack Hadjar, Red-Bull-Fahrer, am Suzuka-Wochenende laut Artikel. Auf die Nachfrage von The Race, ob man die Balance erst während der Runde entdecke, antwortete er im selben Kontext: „Genau. Und dann kannst du verdammt nochmal crashen. Weil du keine Ahnung hast! Du musst deine Erwartungen die ganze Zeit neu setzen. Das ist nicht schön.“

Auch Verstappen wird in den Zusammenfassungen als genervt von der fehlenden Balance und der Inkonsistenz des RB22 beschrieben. Vor Suzuka sagte er laut Medien, darunter RacingNews365, im Hinblick auf das Auto: „Ich denke, im Auto steckt viel Potenzial.“ Im selben Mediengespräch sagte er aber auch, Red Bull müsse erst verstehen, was zuletzt schiefgelaufen sei.

Gerade deshalb richtet sich der Blick jetzt auf Pierre Wachés Technikabteilung. Laut den Berichten ist ein fehlerhaftes Chassis-Konzept in dieser frühen Phase des neuen Reglements eher zu korrigieren als ein tiefer Konstruktionsfehler am Antrieb. Die Formel 1 pausiert nach den abgesagten Grands Prix von Bahrain und Saudi-Arabien bis zum Miami-Wochenende vom 1. bis 3. Mai. Bis dahin geht es für Red Bull vor allem um eine Frage: ob das Team den RB22 schnell genug in ein berechenbares, konkurrenzfähiges Auto verwandeln kann.