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Rafael Camara rückt bei Ferrari früh in den Fokus

Ferrari hat Rafael Camara bei einem zweitägigen Privattest auf dem Hungaroring zu seinem ersten Einsatz in einem Formel-1-Auto verholfen und damit deutlich gemacht, dass es sich bei dem Brasilianer nicht nur um einen Junior mit Belohnungsfahrt handelt, sondern um einen Fahrer, dessen langfristiges Potenzial bereits ernsthaft geprüft wird.

Gerade der Zeitpunkt macht den Test bemerkenswert. Camara steht noch in seiner Rookie-Saison in der Formel 2, also in einer Phase, in der viele Talente ihren ersten ernsthaften Formel-1-Kontakt oft erst später bekommen. Dass Ferrari ihn trotzdem schon jetzt in den SF-25 setzte, wird in den Berichten als frühe Überprüfung seiner Anpassung an die Formel 1 gewertet.

Der 21-Jährige hat sich ungewöhnlich schnell durch Ferraris Nachwuchssystem gearbeitet. Camara gehört seit 2021 zur Ferrari Driver Academy, gewann erst die Formula Regional European Championship und danach den Formel-3-Titel in aufeinanderfolgenden Jahren. In seiner ersten Formel-2-Saison startete er dann direkt mit zwei Podestplätzen an den ersten Rennwochenenden und etablierte sich damit sofort weit vorne.

Ferrari nutzte für den Test die Pause zwischen seinen Formel-1-Einsätzen in Miami und Montreal und setzte in Ungarn nicht auf Lewis Hamilton und Charles Leclerc, sondern auf seine Nachwuchsfahrer. Für Camara war es dabei der erste Einsatz überhaupt in einem Formel-1-Wagen.

Mit Dino Beganovic war zwar ein zweiter Ferrari-Junior ebenfalls vor Ort, doch bei ihm ging es weniger um Neuland. Der 22-Jährige hatte Ferraris Formel-1-Auto bereits in Freitagstrainings und beim Nachsaisontest 2025 in Abu Dhabi gefahren. Gerade dadurch wurde Camara zum eigentlichen neuen Referenzpunkt dieses Tests.

Camara machte selbst deutlich, wie stark Ferrari seine Entwicklung geprägt hat. Rafael Camara, Ferrari-Driver-Academy-Pilot, sagte, seit seinem Eintritt 2021 habe ihn Ferrari "wirklich sehr geholfen". Besonders habe er gelernt, wie man Meisterschaftskämpfe angeht, sich vorbereitet und eine ganze Saison strukturiert. Dazu komme der Umgang mit jedem einzelnen Rennwochenende, mit der Vorbereitung außerhalb der Strecke sowie mit den mentalen und körperlichen Anforderungen. Er sagte auch, dass er durch die Zusammenarbeit Verantwortung besser verstanden habe: Gerade in jungen Jahren erkenne man oft nicht, wie wichtig das sei.

Das macht den Hungaroring-Test in erster Linie zu einem Signal über Ferraris Planung. Camara ist nicht mehr nur ein Talent in der Pipeline, sondern ein Fahrer, den Maranello schon während seines ersten Formel-2-Jahres darauf abklopft, wie schnell der nächste Schritt realistisch werden könnte.