Oscar Piastri sieht McLaren nach den ersten fünf Saisonrennen zwar näher an Mercedes, aber noch nicht auf einem Niveau, auf dem das Team Rennen allein über die reine Pace gewinnen kann. Der McLaren-Pilot sagte nach dem Kanada-Wochenende, man sei „definitiv nicht in einer Position, Rennen aus eigener Kraft zu gewinnen, aber wir sind nicht weit davon entfernt“.
Damit fasste Piastri den aktuellen Stand des MCL40 trotz der großen Update-Pakete aus Miami und Kanada deutlich zusammen. Gegenüber Medien, darunter RacingNews365, sagte er: „Wir haben noch ein bisschen Hausaufgaben zu erledigen, wenn es darum geht, das Auto noch schneller zu machen.“ Zwar habe McLaren spürbare Fortschritte gemacht, doch auf die reine Geschwindigkeit bezogen liege Mercedes weiter vorn.
Genau das habe sich in Kanada erneut gezeigt. Piastri sprach von einem „positiven Wochenende in einigen verschiedenen Bereichen“, auch wenn es „bei den Ergebnissen vielleicht nicht besonders spektakulär“ ausgesehen habe. Im Vergleich zu Miami habe er „bei ein paar Dingen gute Fortschritte“ gemacht.
Trotzdem blieb sein Fazit klar: „Mercedes war definitiv noch vor uns, wir konnten nah herankommen, und das Bild war ähnlich wie in Miami, was keine schlechte Sache ist.“ McLaren habe also Boden gutgemacht, den entscheidenden letzten Schritt zur Siegfähigkeit aber noch nicht geschafft.
Kanada wurde für Piastri gerade deshalb zum aufschlussreichen Beispiel. McLaren stellte sowohl ihn als auch Lando Norris bei abtrocknender Strecke auf Intermediates, ein riskanter Reifenentscheid, der laut Piastri die Chance auf ein deutlich besseres Ergebnis kostete. Seine Einschätzung war, dass McLaren bei besser genutzter Streckenposition durchaus hätte vorne mitmischen können.
Der Widerspruch ist damit offensichtlich: Die Upgrades liefern Anzeichen für Fortschritt, aber McLaren kann diese Entwicklung noch nicht konstant in Resultate umsetzen. Nach fünf Rennen liegt das Team nur auf Rang drei der Konstrukteurswertung, 41 Punkte hinter Ferrari und 113 hinter Mercedes. Gerade deshalb wächst der Druck, die technische Entwicklung nun auch in regelmäßige Topresultate und eine echte Rolle im Kampf an der Spitze zu verwandeln.
© Jonathan Borba