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Piastri fordert deutlich leichtere F1-Autos

Oscar Piastri hat die Gewichtsdebatte in der Formel 1 vor dem Grand-Prix-Wochenende in Miami neu angefacht und gesagt, dass für einen wirklich spürbaren Unterschied wohl mehr als 50 Kilogramm weniger nötig wären, weil selbst die nächste Fahrzeuggeneration aus seiner Sicht noch zu schwer bleibt.

Der McLaren-Pilot verwies darauf, dass die Autos der 2026er-Generation zwar 30 Kilogramm leichter sind als ihre Vorgänger von 2025, das Mindestgewicht mit 768 Kilogramm aber weiterhin hoch liegt. Damit liegen sie noch immer 77 Kilogramm über den ersten Hybridautos von 2014, die 689 Kilogramm wogen. Gerade in langsamen Kurven sehen viele Fahrer darin ein Problem für das Fahrverhalten.

Piastri sagte in der Pressekonferenz in Miami, dass eine kleine Korrektur aus seiner Sicht nicht reichen würde. „Realistisch gesehen müsste die Zahl wahrscheinlich bei 50+ liegen, um wirklich einen großen Unterschied zu machen. Die Autos sind immer noch ziemlich schwer.“ Sein Ziel beschrieb er noch klarer: „Wenn wir wieder auf eine Zahl mit einer Sechs vorne kämen, irgendwo in den 600ern, wäre das gut.“

Zugleich machte er deutlich, dass es mit den heutigen technischen Vorgaben Grenzen gibt. Eine Rückkehr zu Autos im Bereich von 500 Kilogramm hält er für unrealistisch. „Wir werden nie wieder in den Bereich von 500 oder hohen 500 Kilo zurückkehren. Der einzige Weg dorthin wäre, die Batterie herauszunehmen und die Motoren einfacher zu machen“, sagte Piastri.

Damit benannte er auch den zentralen Zielkonflikt der Debatte. Das zusätzliche Gewicht hängt wesentlich mit den Hybrid-Antriebseinheiten zusammen. Piastri sieht zwar Potenzial für realistische Einsparungen, etwa mit einem einfacheren Motorenkonzept, wollte daraus aber keine einfache Lösung ableiten. „Man kann einen Teil davon realistisch erreichen. Ich kenne die Zahlen für das Gewicht des Motors nicht genau. Aber mit einem einfacheren Motor könnte man leicht einiges an Gewicht herausholen. Aber ob das für den Sport tatsächlich von Vorteil wäre, ist eine ganz andere Frage.“

Trotz seiner Kritik stellte Piastri nicht infrage, dass die aktuellen Autos auch Stärken haben. Vor allem in schnellen Kurven sieht er bei den jüngsten Formel-1-Generationen sogar ein sehr hohes Niveau. „Die Autos vom letzten Jahr waren in schnellen Kurven wahrscheinlich einige der besten, die wir je hatten“, sagte er, bevor er mit Blick auf McLaren ergänzte: „Wobei ich weiß, dass meines wahrscheinlich das beste im Feld war.“

Damit verschiebt Piastri die Diskussion nicht nur auf das reine Zahlenwerk, sondern auf die Frage, welche Art von Formel-1-Auto der Sport künftig haben will: mehr Agilität in langsamen Passagen oder weiter die technische Komplexität, die das Gewicht nach oben treibt.