Oscar Piastri plant nach den derzeit belastbarsten Berichten keinen Abschied von McLaren, obwohl die Spekulationen um seine Zukunft im Formel-1-Fahrermarkt zuletzt deutlich an Fahrt aufgenommen haben. Nach Informationen von RacingNews365 aus McLaren und aus Piastris direktem Umfeld habe sich an der Beziehung zwischen Fahrer und Team „nichts geändert“, der Australier solle auch in den kommenden Jahren für den Rennstall fahren.
Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil Piastri parallel in mehreren Szenarien als Schlüsselfigur gehandelt wird. Im Fahrerlager kursieren weiter Varianten eines möglichen Tauschs mit Max Verstappen für 2027 oder eines Wechsels zu Red Bull, falls Verstappen das Team verlassen sollte. RacingNews365 berichtet unter Berufung auf Quellen im Red-Bull-Umfeld, das vorrangige Ziel bleibe zwar, Verstappen zu halten. Zugleich sei es dort seit Langem ein offenes Geheimnis, dass Piastri zu den möglichen Nachfolgekandidaten zählt.
Den klarsten Widerspruch zu diesen Gerüchten lieferte Mark Webber, Piastris Manager, in Aussagen gegenüber RACER. Webber sagte, Piastri stehe „für die nahe Zukunft bei McLaren unter Vertrag“. Das Gerücht, dass er auf einen Abschied dränge, sei „Unsinn“. McLaren habe wiederholt klargemacht, dass das Team ihn langfristig halten wolle, und genau darauf richte sich Piastri aus.
Dass die Gerüchte trotzdem nicht abreißen, hängt vor allem mit der Lage bei Red Bull zusammen. Laut RacingNews365 besitzt Verstappen eine Ausstiegsklausel, die greifen kann, wenn er zu Beginn der Sommerpause nicht unter den Top 2 der Fahrerwertung liegt. Der Bericht sagt, Verstappen liege aktuell auf Rang 7, habe vor der Pause keine mathematische Chance mehr auf die Top 2 und könne die Klausel bis Anfang Oktober aktivieren. Diese Unsicherheit hält den gesamten Markt in Bewegung und zieht Piastri automatisch mit hinein.
Hinzu kommt ein weiterer, bislang unbestätigter Nebenschauplatz. Der deutsche Journalist Ralf Bach berichtete bei F1-Insider, Webber habe auch Kontakt zu Audi aufgenommen. Bach begründete das damit, dass Audi ab 2026 als Werksteam antreten und für sein Projekt einen jungen Leitfahrer suchen werde. Er sagte, Audi sei nicht nur finanziell interessant, sondern biete auch jungen Fahrern die Möglichkeit, gemeinsam mit einem Hersteller ein Projekt aufzubauen. In den vorliegenden Berichten bleibt diese Darstellung jedoch Spekulation und steht den deutlich konkreteren Dementis aus McLaren- und Piastri-nahem Umfeld gegenüber.
Damit bleibt das derzeit klarste Bild: Piastri wird zwar weiter mit Red Bull und sogar Audi in Verbindung gebracht, doch aus seinem eigenen Lager und aus McLaren kommt weiterhin dieselbe Botschaft. Stand jetzt ist kein Wechsel geplant, auch wenn Verstappens offene Zukunft die Diskussionen über die Besetzung ab 2027 weiter anheizen dürfte.
© Jonathan Borba