Lando Norris hat nach seinem Besuch auf dem Indianapolis Motor Speedway die Tür für einen späteren Start beim Indy 500 offengelassen und dabei offen über eine mögliche Jagd auf die Triple Crown gesprochen. Der McLaren-Pilot sagte in Indianapolis, er wolle ein Antreten außerhalb der Formel 1 nicht ausschließen und verwies darauf, dass er mit seinem Monaco-Sieg bereits einen Teil der seltenen Erfolgsserie abgehakt habe.
Auf die Frage, ob er sich einen Einsatz beim Indy 500 in Zukunft vorstellen könne, antwortete Norris: „Man weiß nie. Ich will nicht ‚nein‘ sagen.“ Er machte zugleich klar, dass ihn andere Disziplinen grundsätzlich reizen. „Ich will auf jeden Fall Dinge außerhalb der Formel 1 ausprobieren. Ich bin ein Rennfan und liebe die Formel 1 mehr als alles andere, aber gleichzeitig liebe ich alles. Ich liebe Motorräder, ich liebe Rallye, ich liebe IndyCar. Eigentlich den Rennsport insgesamt.“
Norris verknüpfte diese Offenheit direkt mit der Triple Crown. „Ich habe Monaco gewonnen, also ist Teil eins erledigt“, sagte er. Er ergänzte, dass er nie ernsthaft mit dem Ziel gespielt habe, die Triple Crown zu holen, aber „eines der Kästchen“ bereits gesetzt sei. Damit blieben aus seiner Sicht nur noch zwei Rennen offen: das Indy 500 und die 24 Stunden von Le Mans.
Die Triple Crown gilt als eine der seltensten Leistungen im Motorsport und umfasst Siege beim Grand Prix von Monaco, beim Indianapolis 500 und bei den 24 Stunden von Le Mans. Den vorliegenden Informationen zufolge ist Graham Hill bis heute der einzige Fahrer, dem dieses Kunststück gelungen ist.
Dass Norris das Thema gerade jetzt anspricht, ist auch wegen des Rahmens bemerkenswert. Nach dem Kanada-Grand-Prix reiste er nach Indianapolis, traf dort McLaren-Figuren wie Zak Brown und Tony Kanaan, gratulierte dem Indy-500-Sieger Felix Rosenqvist und drehte im Pace Car einige Runden auf dem Speedway.
Für McLaren hat das Gedankenspiel zudem eine praktische Seite. Norris bezeichnete das Indy 500 ausdrücklich als „Teil der Triple Crown auch für McLaren“. Der Rennstall ist bereits in der IndyCar-Serie aktiv, und mehrere der vorliegenden Berichte verweisen darauf, dass McLaren ein Topklassen-Programm im Langstreckensport vorbereitet. Genau diese teaminterne Aufstellung macht ein künftiges Le-Mans-Projekt für Norris zumindest deutlich greifbarer als bei vielen anderen Formel-1-Fahrern.
Norris betonte zwar, dass die Triple Crown nie ein persönliches Lebensziel von ihm gewesen sei. Sein Besuch in Indianapolis und seine Worte dort zeigen aber, dass aus einem vagen Interesse inzwischen ein Szenario geworden ist, das er öffentlich nicht mehr ausschließt und das für McLaren sportlich in zwei Kategorien anschlussfähig wäre.
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