Max Verstappen bestreitet am 16. und 17. Mai erstmals die 24 Stunden auf dem Nürburgring in einem Mercedes-AMG GT3, doch genau diese Markenwahl sorgt für Kritik: Juan Pablo Montoya glaubt, dass Ford als neuer Formel-1-Partner von Red Bull daran kaum Gefallen finden wird.
Der Niederländer nutzt die Lücke zwischen den Grands Prix von Miami und Kanada im frühen Formel-1-Jahr 2026 für seinen ersten Start bei einem 24-Stunden-Rennen. Auf der Nordschleife ist Verstappen zwar kein Neuling, weil er dort bereits bei Endurance-Rennen und anderen Nürburgring-Veranstaltungen im Einsatz war. Diesmal ist die Aufmerksamkeit aber größer, weil sein Auftritt außerhalb der Formel 1 direkt mit den Interessen eines neuen Herstellers im Red-Bull-Umfeld kollidiert.
Verstappen fährt das Rennen am Samstag, 16. Mai, und Sonntag, 17. Mai, in einem Mercedes zusammen mit Lucas Auer, Dani Juncadella und Jules Gounon. Dass ausgerechnet ein Mercedes-AMG GT3 zum Einsatz kommt, verleiht der Debatte zusätzliche Schärfe. Ford arbeitet in diesem Jahr erstmals mit Red Bull unter dem Namen Red Bull Powertrains zusammen. Verstappen ist als viermaliger Formel-1-Weltmeister das Gesicht dieses Projekts auf der Strecke.
Genau darin sieht Montoya das Problem. Juan Pablo Montoya, ehemaliger Formel-1-Fahrer, sagte gegenüber Betpack: „Wenn ich der große Boss bei Ford wäre, wäre ich nicht glücklich, Verstappen auf dem Nürburgring zu sehen, wie er Werbung für Mercedes macht.“
Montoyas Einwand zielt weniger auf den Nürburgring selbst als auf die Signalwirkung. Aus seiner Sicht wirkt ein GT3-Start in einem Mercedes wie Werbung für einen direkten Rivalen, obwohl Verstappen im wichtigsten Programm seines Rennstalls an Ford gebunden ist. Für einen Hersteller, der gerade erst in das Formel-1-Projekt von Red Bull eingestiegen ist, wäre das nach Montoyas Lesart ein unerwünschtes Bild.
Der Kolumbianer ging noch weiter und skizzierte, was er an Stelle der Beteiligten erwarten würde. Gegenüber Betpack sagte er: „Wenn ich Red Bull und Ford wäre, würde ich Druck auf Max ausüben, nicht mit einem Mercedes zu fahren, sondern mit einem Ford GT3 oder so etwas.“ Damit macht Montoya deutlich, dass er die Sache nicht als bloße private Nebenaktivität des Fahrers betrachtet, sondern als Frage der Herstellerinteressen.
Gerade deshalb ist Verstappens Nürburgring-Start mehr als nur ein prominenter Gastauftritt in einem GT3-Klassiker. Sportlich ist es sein Debüt über 24 Stunden, politisch wirft es aber die Frage auf, wie weit ein Formel-1-Star seine Einsätze außerhalb seines Hauptprogramms frei wählen kann, wenn dahinter bereits ein neuer Werks- und Motorenpartner steht.
Für Ford betrifft die Diskussion vor allem das öffentliche Bild. Für Red Bull geht es darum, wie eng Verstappen als Aushängeschild an die Interessen des neuen Partners gebunden ist. Und für Verstappen selbst zeigt der Start auf der Nordschleife, dass selbst ein zusätzlicher Renneinsatz in einer freien Lücke des Kalenders sofort größere Bedeutung bekommt, sobald er in den Farben eines Konkurrenzherstellers erfolgt.
© Jonathan Borba