Der Grand Prix von Monaco 2026 findet vom 5. bis 7. Juni statt, und das Wochenende steht vor allem unter einer Frage: Können die neuen, streckenspezifischen Regeln auf dem notorisch überholfeindlichen Stadtkurs tatsächlich für mehr Rennaction sorgen?
Die FIA greift dafür gezielt ein. In Monaco wird 2026 keine aktive Aerodynamik eingesetzt, weil der Nutzen beim Luftwiderstand als zu gering bewertet wurde und die zusätzliche Flügelsteuerung auf einem der anspruchsvollsten Kurse des Kalenders als nicht ausreichend sicher gilt. Stattdessen gibt es einen Überholmodus, der schon vor Antony Noghes verfügbar sein soll; der Messpunkt liegt am Ausgang der zweiten Piscine-Variante.
Gleichzeitig fällt eine Maßnahme wieder weg, die im Vorjahr noch als Versuch eingeführt worden war: Die Pflicht zu zwei Boxenstopps gibt es in Monaco diesmal nicht. Nach den vorliegenden Informationen hatte dieses Experiment die Unvorhersehbarkeit nicht erhöht, sondern eher andere Effekte erzeugt, unter anderem einen doppelten Top-10-Erfolg für Racing Bulls und Williams.
Gerade deshalb bleibt die Grundfrage in Monaco bestehen. Der Kurs ist mit 3,337 Kilometern Streckenlänge, 78 Runden und 260,286 Kilometern Renndistanz der engste und technisch anspruchsvollste Straßenkurs im Formel-1-Kalender. Weil Überholmöglichkeiten traditionell extrem selten sind, kommt dem Qualifying dort meist eine noch größere Bedeutung zu als anderswo.
Das eigentliche Formel-1-Programm beginnt am Freitag, 5. Juni, mit dem ersten freien Training um 13:30 Uhr und dem zweiten freien Training um 17:00 Uhr, jeweils niederländischer Zeit. Am Samstag, 6. Juni, folgt um 12:30 Uhr das dritte freie Training, bevor das Qualifying um 16:00 Uhr startet. Das Rennen beginnt am Sonntag, 7. Juni, um 15:00 Uhr.
Damit wird Monaco zu einem frühen Härtetest für die neuen 2026er Autos und für die Eingriffe der FIA auf einer Strecke, die sich Regeländerungen traditionell am stärksten widersetzt. Ob der Grand Prix dadurch sportlich offener wird oder weiterhin vor allem am Samstag entschieden wird, dürfte zu den wichtigsten Fragen dieses Wochenendes gehören.
© Jonathan Borba