Die FIA, die Formel 1 und der Miami-Promoter haben den Start des Miami Grand Prix am Sonntag von 16:00 auf 13:00 Uhr Ortszeit vorverlegt, weil für den späteren Nachmittag schwere Regenfälle und Gewitter nahe des ursprünglich geplanten Rennstarts erwartet werden.
In einer gemeinsamen Mitteilung hieß es, die Entscheidung sei wegen einer Wetterprognose gefallen, die gegen den späten Nachmittag stärkere Regenstürme in der Nähe der ursprünglich geplanten Startzeit erwarte. Sie solle „so wenig Störung wie möglich“ für das Rennen verursachen, das „größtmögliche Zeitfenster“ schaffen, um den Grand Prix unter den bestmöglichen Bedingungen zu beenden, und die Sicherheit von Fahrern, Fans, Teams und Personal priorisieren.
Der entscheidende Faktor ist dabei nicht nur Regen, sondern das in Florida geltende Blitzprotokoll für Outdoor-Sportveranstaltungen. Schlägt ein Blitz im Umkreis von 13 Kilometern um das Miami International Autodrome ein, muss die Veranstaltung sofort unterbrochen werden. Erst nach 30 aufeinanderfolgenden Minuten ohne weiteren Blitz darf sie fortgesetzt werden. Jeder neue Einschlag setzt diese Frist wieder auf null. Unter solchen Bedingungen kann auch der medizinische Hubschrauber nicht starten, was einen regulären Rennbetrieb zusätzlich verhindert.
Für die Formel 1 hätte das im Ernstfall eine sofortige rote Flagge bedeutet. Die Autos müssten in die Boxengasse zurückkehren, bei US-Rennen dürfen die Teams sie bei einer blitzbedingten Unterbrechung sogar in die Garagen schieben. Gerade deshalb hatte die FIA schon vor der endgültigen Entscheidung einen Notfallplan bestätigt und verschiedene Szenarien mit Teams und Fahrern diskutiert.
Ein FIA-Sprecher sagte gegenüber Racingnews365.com, man beobachte die Wettervorhersage für das Wochenende genau und habe einen Notfallplan bereit, der bei Bedarf aktiviert werde, um Verzögerungen im Streckenprogramm so gering wie möglich zu halten. Eine Verlegung auf Montag galt in den Berichten wegen bestehender TV-Verträge als praktisch ausgeschlossen. Eine komplette Vorziehung auf Samstag war wegen des Sprintformats und des engen Programms ebenfalls keine realistische Lösung.
Stattdessen konzentrierte sich alles auf ein früheres Startfenster am Sonntag. Das verändert den Tagesablauf zugunsten des Hauptrennens der Formel 1 deutlich. Berichte hatten bereits erwartet, dass Rahmenserien zurückstehen müssen, um der Formel 1 Priorität zu geben. Ein Bericht meldete schon eine Anpassung des Formel-2-Zeitplans infolge der Vorverlegung.
Die Wetterlage hatte sich im Lauf der Woche spürbar verschärft. Anfangs war noch erwartet worden, dass die Gewitter das Gelände erst nach dem Rennen oder sogar erst am Montag erreichen würden. Zuletzt meldeten verschiedene Berichte für den Sonntagnachmittag Regenwahrscheinlichkeiten bis 100 Prozent sowie eingebettete Gewitter mit Starkregen, häufigen Blitzen und Windböen.
An der sportlichen Ausgangslage ändert der neue Zeitplan nichts: Mercedes-Pilot Kimi Antonelli startet in Miami von der Poleposition, Max Verstappen steht im Red Bull neben ihm in der ersten Reihe. Die Vorverlegung soll nun vor allem sicherstellen, dass dieses Rennen überhaupt in einem möglichst großen und sicheren Zeitfenster ausgetragen werden kann.
© Adrian Hernandez