Mercedes hat die ersten fünf Grands Prix der Formel-1-Saison 2026 gewonnen, 219 WM-Punkte gesammelt und sich damit früh als neue Referenz im Feld etabliert.
Für das Team aus Brackley ist es bereits das dritte Mal, dass eine Saison mit mindestens fünf Siegen in Folge beginnt. 2014 gewann Mercedes die ersten sechs Rennen der neuen Hybrid-Ära, 2019 folgten sogar acht Auftaktsiege. Der aktuelle Lauf ist damit historisch stark, auch wenn er nicht den teaminternen Bestwert markiert.
Noch deutlicher wird der Machtwechsel beim Blick auf die Tabellen. Mercedes steht nach fünf Rennwochenenden bei 219 Punkten und damit 108 Zähler über dem Vergleichswert aus 2025. Ferrari ist mit 147 Punkten erster Verfolger, liegt aber bereits 72 Punkte zurück. Dabei muss allerdings eingeordnet werden, dass in den ersten fünf Wochenenden 2026 zwei zusätzliche Sprint-Rennen stattfanden, durch die 30 weitere Punkte zu holen waren.
Die Dominanz zeigt sich nicht nur in der Konstrukteurswertung. Kimi Antonelli führt die Fahrer-WM mit 131 Punkten an und steuerte vier der fünf Siege bei. Charles Leclerc ist als bester Nicht-Mercedes-Pilot Dritter, sein Rückstand auf Antonelli beträgt schon 56 Punkte.
Auch die Qualifying-Zahlen stützen das Bild. Über die ersten fünf Grands Prix ist Mercedes im reinen Speed die 100-Prozent-Referenz. McLaren folgt im Schnitt mit 0,386 Sekunden Rückstand, Ferrari mit 0,421. Mercedes hat sich damit nicht nur über Renntempo und Ausbeute an die Spitze gesetzt, sondern schon auf eine Runde.
Toto Wolff, Mercedes-Teamchef, bremste den Eindruck völliger Überlegenheit dennoch. Im Gespräch mit Sport Bild sagte er: „Der Unterschied zu 2014 ist, dass die Leistungsunterschiede bei den Motoren enorm waren.“ Wolff verwies zugleich auf die Stärke der Rivalen: „Vielleicht haben wir aktuell die Nase vorn, aber die Rennen haben zuletzt gezeigt, dass Ferrari, Red Bull und McLaren konkurrenzfähig sind. Wir sind am besten aus den Startblöcken gekommen und konnten konstant Runden fahren, als andere aufgrund von Problemen in der Garage verharren mussten.“
Deshalb will Wolff die Tabellenlage nicht mit einem uneinholbaren Vorsprung verwechseln. „Die Lücke ist nicht so groß, wie sie die WM-Wertung vielleicht vermuten lässt“, sagte er. Dazu passt, dass Red Bull im Qualifying zuletzt Fortschritte gemacht hat. Nach 101,352 Prozent in Japan schrumpfte der Rückstand auf 100,189 Prozent in Miami und 100,453 Prozent in Kanada.
Gerade deshalb ist der Saisonauftakt für Mercedes so wertvoll. In den kommenden Monaten werden schnelle Verschiebungen durch Aero-Upgrades, Windkanal- und CFD-Arbeit sowie Programme zur Gewichtsreduktion erwartet. Mercedes hat sich in dieser Phase den Puffer verschafft, den man im Titelkampf braucht.
Die Historie macht den Start noch bedeutender. Vor 2026 gab es in der Formel-1-Geschichte sieben Fälle, in denen ein Team die ersten fünf Saisonrennen gewann. In allen sieben Fällen holte dieses Team am Jahresende sowohl die Fahrer- als auch die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft.
© Spencer