Mercedes setzt beim Großen Preis von Ungarn 2026 erstmals das neue AMG GT 63 PRO 4MATIC+ als Official FIA F1 Safety Car ein und bringt damit das erste F1-Safety-Car mit variablem Allradantrieb auf die Strecke.
Der Hersteller stellte das neue Fahrzeug am Donnerstag am Hungaroring vor. Es ersetzt ab diesem Wochenende den Mercedes-AMG GT Black Series, der seit 2022 im Einsatz war, und ist das 14. offizielle Safety Car, das Mercedes der Formel 1 seit 1996 stellt.
Damit verbindet Mercedes den Modellwechsel mit einem Jubiläum. Seit dem Grand Prix von Frankreich 1996 in Magny-Cours, damals mit dem Mercedes-Benz C 36 AMG, liefert die Marke die offiziellen Safety Cars für die Formel 1. Nachdem sich Mercedes diese Rolle von 2022 bis 2025 noch mit Aston Martin geteilt hatte, ist der Hersteller 2026 wieder alleiniger Lieferant.
Die entscheidende technische Neuerung ist das vollvariable AMG Performance 4MATIC+ System. Mercedes beschreibt den Antrieb als ersten variablen Allradantrieb in der Geschichte des F1-Safety-Cars. Gerade darin liegt die sportliche Relevanz des Wechsels: Das Safety Car muss unter allen Bedingungen sofort Tempo, Stabilität und Berechenbarkeit bieten, und genau dafür positioniert Mercedes den neuen GT 63 PRO mit besserer Traktion auf trockener wie nasser Strecke.
Angetrieben wird das Auto von einem 4,0-Liter-V8-Biturbo mit 450 kW beziehungsweise 612 PS und 850 Nm Drehmoment. Für den Ungarn-Einsatz trägt das Fahrzeug eine spezielle Jubiläumslackierung in Schwarz mit roten Elementen, passend zum 30. Jahr von Mercedes als Safety-Car-Lieferant der Formel 1.
Bernd Mayländer, offizieller FIA-F1-Safety-Car-Fahrer, hob genau diesen technischen Schritt hervor. „Es ist das erste Safety Car mit Allradantrieb. Das sorgt für optimale Traktion“, sagte er. Zugleich lobte er das Fahrverhalten des neuen Modells und verwies darauf, dass das Auto seine Stärken vor allem „in Kurven und beim Beschleunigen“ ausspiele.
Für Mayländer ist der Ungarn-Grand-Prix damit nicht nur der erste Einsatz eines neuen Fahrzeugs, sondern auch der erste echte Test unter Rennbedingungen. „Ich freue mich jetzt darauf, das neue Safety Car in Ungarn zum ersten Mal unter realen Bedingungen zu fahren“, sagte er.
Auch aus Sicht von Mercedes-AMG ist der Wechsel mehr als ein reines Jubiläumsmodell. Simon Wilbers, Leiter Mercedes-AMG Motorsport, bezeichnete die jahrzehntelange Bereitstellung der Safety Cars als besondere Verantwortung. Es sei „eine Ehre und eine Herausforderung“, diese lange Tradition mit einem Auto fortzusetzen, das die eigenen Maßstäbe erneut anhebe.
Gerade deshalb ist das Debüt in Budapest sportlich relevant. Die Formel 1 bekommt nicht nur ein neues Führungsfahrzeug für Neutralisationen, sondern eine überarbeitete Safety-Car-Generation, die Mercedes ausdrücklich auf mehr Traktion und Stabilität auslegt. Ob sich der variable Allradantrieb im dichten Grand-Prix-Betrieb tatsächlich als Vorteil erweist, zeigt sich damit erstmals an diesem Wochenende auf dem Hungaroring.
© Jonathan Borba