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McLaren weist Stella-Gerüchte nach Lambiase-Deal ab

McLaren stellt den Wechsel von Gianpiero Lambiase klar als langfristige Verstärkung für die Rennoperationsseite dar und nicht als Vorboten eines Führungswechsels, nachdem Zak Brown Spekulationen über eine mögliche Nachfolge von Andrea Stella und einen Ferrari-Abgang des Teamchefs deutlich zurückgewiesen hat.

Lambiase, seit Jahren Max Verstappens Renningenieur bei Red Bull, soll spätestens 2028 als Chief Racing Officer nach Woking kommen. Nach McLaren-Angaben wird er dann an Teamchef Andrea Stella berichten. Brown betonte in Gesprächen mit Sky Sports F1, GPblog, PlanetF1.com und weiteren eingeladenen Medien, dass McLaren den bestehenden Vertrag respektieren werde, auch wenn ein früherer Start theoretisch möglich sei. „Es gibt immer eine Chance, aber er hat einen Vertrag und den werden wir respektieren“, sagte der McLaren-CEO. Falls es dabei bleibe, sei das Team bereit zu warten: „Wir sind bereit, bis 2028 zu warten, und das werden wir tun, wenn es so kommt.“

Entscheidend ist aus McLaren-Sicht die Funktion, die Lambiase übernehmen soll. Brown sagte, der Italiener werde „auf der Seite der Rennoperationen“ arbeiten. Damit soll vor allem eine Struktur gestärkt werden, in der Stella nach Browns Darstellung derzeit faktisch drei Aufgaben zugleich bündelt. „Andrea hat in Wirklichkeit drei Funktionen. Wir sagen manchmal, er hat zwei, aber tatsächlich hat er drei. Er ist Teamchef, er leitet das Rennteam und spielt auch eine große Rolle, als wäre er Technischer Direktor“, sagte Brown. Peter Prodromou trage ebenfalls technische Führungsverantwortung.

Brown beschrieb Stella dabei als den „Klebstoff“, der diese Bereiche zusammenhalte. Gerade deshalb sei zusätzliche Unterstützung nötig. In der heutigen Formel 1 seien die Teams so groß geworden, dass die Trennung zwischen CEO und Teamchef immer üblicher werde. Stella könne zwar zwei dieser Aufgaben auf hohem Niveau erfüllen, drei Rollen gleichzeitig seien aber „eine große Mission“ beziehungsweise „eine gewaltige Aufgabe“.

Die Gerüchte, Lambiase könne mittelfristig Stella als Teamchef ersetzen, wies Brown scharf zurück. Ebenso dementierte er Spekulationen, Stella könne zu Ferrari wechseln. „Kann ich bestätigen, dass das kompletter Unsinn ist? Ich kann bestätigen, dass das kompletter Unsinn ist“, sagte Brown bei Sky Sports F1. Er warf dabei rivalisierenden Teams vor, mit solchen Erzählungen Unruhe stiften zu wollen. „Es gibt ein paar Teams, die das anheizen, aber ein großer Teil unseres Sports besteht darin, dass jeder gern versucht, Teams vielleicht zu destabilisieren. Aber das funktioniert hier nicht.“

Brown unterstrich stattdessen, wie eng McLaren seine Zukunft weiter mit Stella verknüpft. Der Teamchef sei „sehr McLaren verpflichtet“, und McLaren sei „Andrea sehr verpflichtet“. Auf die Frage, ob Stella und Lambiase zusammenarbeiten würden, antwortete Brown dreimal mit „100 Prozent“ und schob den wichtigsten Punkt hinterher: „Andrea ist letztlich derjenige, der GP eingestellt hat.“

Damit verankert McLaren den Deal ausdrücklich in einer langfristigen Stabilitätsplanung. Brown sagte, seine Aufgabe sei es, „Stabilität und Sichtbarkeit für die Zukunft“ zu schaffen. Lambiase passe genau in dieses Bild. Wegen seiner Erfahrung und seines Alters sei er jemand, „der lange bei McLaren sein und mit dem Team wachsen kann“.

Stella selbst schlug in einem auf der McLaren-Racing-Website veröffentlichten Interview in dieselbe Kerbe. Eine Rückkehr zu Ferrari sei „auf absehbare Zeit kein Thema“, sagte der Italiener und machte sich zugleich über Berichte zu seinem angeblichen Abschied lustig. Gerüchte über „astronomische Gehälter und mythische Vorverträge“ hätten ihn zum Schmunzeln gebracht.

Zum Lambiase-Zugang sagte Andrea Stella, Teamchef von McLaren, dessen Ankunft werde dem Team „langfristig ein großes Maß an Expertise und Potenzial“ bringen. Zugleich lieferte er die interne Begründung für die neue Struktur: Die Doppelrolle, die er derzeit als Teamchef und Chief Racing Officer ausübt, sei „langfristig nicht nachhaltig“. Genau deshalb ist der Lambiase-Deal für McLaren vor allem eines: eine Absicherung der bestehenden Führung, nicht ihr Ersatz.