© Lukas Raich

McLaren nach Norris-Vorfall in Monaco bestraft

McLaren ist in Monaco mit 30.000 Euro bestraft worden, davon 10.000 Euro auf Bewährung, nachdem das Team eingeräumt hatte, den CDS-Knopf an Lando Norris’ Auto mit transparentem Klebeband abgedeckt zu haben und den Streckenposten damit die Nutzung des Systems zu verwehren, als der Wagen im zweiten freien Training stehenblieb.

Der Zwischenfall begann früh in FP2, als Norris’ Lenkrad ausfiel und der McLaren ausrollte. Bei der Bergung konnten die Marshals das Clutch Disengagement System nicht wie vorgesehen aktivieren, um das Auto frei beweglich zu machen. Statt des üblichen schnellen Verfahrens musste der MCL40 auf Rollhilfen beziehungsweise eine Plattform mit Rädern gesetzt werden, um ihn wegzuschaffen.

Im Urteil der Stewards heißt es, McLaren habe „aus aerodynamischen Gründen den Knopf, der zur Aktivierung des CDS gedrückt werden muss, mit durchsichtigem Klebeband abgeklebt“. Das habe nach Ansicht der FIA-Vertreter, wie vom Team auch eingeräumt, „den Zweck des CDS-Systems vollständig außer Kraft gesetzt“, weil es dafür ausgelegt sei, von einem Streckenposten mit Schutzhandschuhen schnell aktiviert zu werden. Das Team habe zudem eingeräumt, dass es „nicht möglich war, das Klebeband zu durchbrechen und den Knopf von Hand ohne die Verwendung eines Werkzeugs zu drücken“.

Genau deshalb wiegt der Verstoß sportrechtlich schwer. Artikel C9.3 schreibt vor, dass jedes Formel-1-Auto über eine Vorrichtung verfügen muss, mit der die Kupplung mindestens 15 Minuten lang getrennt werden kann, wenn das Fahrzeug mit abgestelltem Motor zum Stillstand kommt. Dieses System muss während des gesamten Wettbewerbs funktionsfähig bleiben, auch wenn die hydraulischen, pneumatischen oder elektrischen Hauptsysteme ausgefallen sind.

Für McLaren verschärfte ein frischer Präzedenzfall die Lage. Erst in Kanada war Racing Bulls wegen eines CDS-Verstoßes mit derselben Grundstrafe von 30.000 Euro belegt worden, damals jedoch mit 20.000 Euro auf Bewährung. Die Monaco-Stewards machten klar, dass dieser Fall „alle Teams auf die Bedeutung des CDS-Systems hätte aufmerksam machen müssen“.

Deshalb fiel die effektive Strafe für McLaren härter aus. Nur 10.000 Euro wurden für zwölf Monate ausgesetzt, 20.000 Euro muss das Team sofort zahlen. Eine sportliche Strafe gegen Norris gab es für den FP2-Vorfall nicht.