Lando Norris hat den Sprint in Miami von der Pole gewonnen und McLaren mit Oscar Piastri auf Platz zwei ein Doppelergebnis beschert, das Teamchef Andrea Stella vor allem als klaren Beleg für die Wirksamkeit der jüngsten Updates wertete.
Norris kam mit fast vier Sekunden Vorsprung ins Ziel, doch Stella bremste die Euphorie trotz des 1:2. In einem Feld mit "extremer" Leistungsdichte habe die Streckenposition viel ausgemacht. "Maybe the leader today had a small advantage due to the clean air", sagte der McLaren-Teamchef. Aus seiner Sicht hätte in diesem engen Feld "probably the one who started first could have won the sprint".
Gerade deshalb war das Ergebnis für McLaren in technischer Hinsicht wichtig. Stella sagte, das Team habe in "zwei Bereichen: an der Power-Unit und am Grip" gearbeitet. Gemeinsam mit Mercedes habe McLaren mehr Leistung aus der Antriebseinheit geholt, während neue Aerodynamikteile für mehr Abtrieb sorgten. Das Resultat sei ein "schnelleres" und "vorhersehbareres" Auto gewesen, das den Fahrern vor allem an der Hinterachse sofort mehr Stabilität vermittelt habe.
Stella verknüpfte den Sprint-Sieg mit dem Eindruck vom Vortag. Nach seiner Einschätzung bestätigte Miami nicht nur die bessere Ein-Runden-Form vom Freitag, sondern auch, dass die Neuerungen auf Longruns und bei hohen Temperaturen funktionieren. Zwar habe vor dem Sprint niemand genau gewusst, wie sich der Reifenverschleiß entwickeln würde. Die ersten Signale seien aber positiv, weil das Auto seine guten Eigenschaften in diesem Bereich behalten habe.
Für die Fahrer war der Fortschritt laut Stella direkt spürbar. Mehr Abtrieb mache das Auto schlicht kontrollierbarer. Norris und Piastri wirkten im Sprint entsprechend gefasster als in früheren Saisonphasen, in denen kleinere Fehler häufiger vorgekommen waren. Die bessere Fahrbarkeit zahlte sich damit nicht nur in Rundenzeit aus, sondern auch in Konstanz.
Ganz ausgeräumt sind die Probleme für McLaren dennoch nicht. Stella verwies auf die hohen Temperaturen in Miami, unter denen alle Teams mit rutschenden Autos und Übersteuern zu kämpfen hätten, was auch in den Onboard-Aufnahmen sichtbar gewesen sei. Dazu komme die Unsicherheit mit Blick auf Sonntag, weil wechselhaftes Wetter angekündigt sei. Das werde "a real challenge" für Fahrer und Teams.
Vor seiner sportlichen Analyse stellte Stella den Tag allerdings in einen anderen Zusammenhang. Der McLaren-Teamchef gedachte Alex Zanardi, der am Samstag im Alter von 59 Jahren gestorben war. "Erlaubt mir bitte, an Alex zu erinnern - ein ganz besonderer Mensch, ein Symbol dafür, was es bedeutet, das Leben zu lieben", sagte Stella. "Dieser Sieg ist für ihn."
Sportlich bleibt für McLaren damit die entscheidende Frage, ob sich der Fortschritt auch dann bestätigt, wenn die saubere Luft an der Spitze kein Vorteil mehr ist. Genau deshalb verwies Stella nach dem Sprint auf das Qualifying, das zeigen soll, ob aus einem ermutigenden Update-Signal in Miami ein belastbarer Schritt nach vorn geworden ist.
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