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Lindblad nach FIA-Strafe aus der Boxengasse

Arvid Lindblad wird den Formel-1-Sprint in Miami aus der Boxengasse starten müssen, nachdem die FIA Racing Bulls für einen seltenen Verstoß nach dem Sprint-Qualifying bestraft hat: Das Team hatte Auto 41 nach der Session nicht abgedeckt.

Für den 18-jährigen Rookie ist das ein spürbarer Rückschlag, weil er seine auf der Strecke erarbeitete Ausgangsposition damit verliert. Lindblad war in SQ1 zunächst auf Rang 16 gelandet und rückte nach einer Strafe gegen Alex Albon noch auf P15 vor. Statt sich von dort aus im Feld nach vorn zu arbeiten, steht nun ein Start außerhalb der regulären Startaufstellung an.

Die FIA begründete die Entscheidung klar mit dem Regeltext. In der Mitteilung hieß es: „Das Nichtabdecken des Autos nach einer Sprint-Qualifying-Session ist ein Verstoß gegen Artikel B3.4.2 a).“ Daraus folgte unmittelbar die sportliche Konsequenz für Lindblad. Die Rennleitung ergänzte: „Daher muss Auto 41 nun gemäß Artikel B3.5.3 b) des Formel-1-Sportreglements 2026 den Sprint aus der Boxengasse starten.“

Damit ändert sich nicht nur Lindblads eigener Samstag, sondern auch die Startreihenfolge hinter ihm. Weil er seinen Platz auf der Startaufstellung nicht einnehmen darf, rücken alle Fahrer hinter seiner ursprünglich vorgesehenen Position um einen Rang auf. Für Racing Bulls ist der Vorfall besonders ärgerlich, weil der Positionsverlust nicht durch fehlende Pace oder einen Zwischenfall auf der Strecke entstanden ist, sondern durch einen vermeidbaren prozeduralen Fehler.

In ihrer Erklärung ging die FIA auch auf den zeitlichen Ablauf rund um den Verstoß ein. Demnach befanden sich Mitarbeiter von Visa Cash App Racing Bulls Formula One Team, die mit dem Betrieb des Autos verbunden sind, innerhalb der Streckenbegrenzung während eines Zeitraums von „zwölf (12) Stunden und sechsundvierzig (46) Minuten“, der am 1. Mai um 20:14 Uhr begann, 15 Stunden und 46 Minuten vor dem planmäßigen Start von P3, und drei Stunden vor dem Sprint am 2. Mai um 9:00 Uhr endete.

In diesem Punkt zog die FIA allerdings keine weitere Sanktion nach sich. Sie erklärte, dass es sich dabei um die erste von vier individuellen Ausnahmen handelt, die Racing Bulls in der Saison 2026 erlaubt sind, und dass deshalb „keine Maßnahmen ergriffen werden sollten“. Die eigentliche Strafe für das nicht abgedeckte Auto blieb davon jedoch unberührt und trifft Lindblad direkt.

Gerade deshalb wiegt die Entscheidung für den Nachwuchsfahrer schwer. Er hatte sich zumindest die Chance erarbeitet, den Sprint von P15 in Angriff zu nehmen, nachdem ihn Albons Strafe noch einen Platz nach vorn gebracht hatte. Diese Ausgangslage ist nun hinfällig. Statt eines normalen Starts aus dem Mittelfeld muss Lindblad in Miami auf eine Aufholjagd aus der Boxengasse setzen, ausgelöst durch einen seltenen Fehler seines Teams und nicht durch etwas, das er selbst auf der Strecke verursacht hat.