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Leclerc entgeht Strafe nach Boxengassen-Verstoß

Charles Leclerc ist im einzigen freien Training zum Großen Preis von Kanada wegen zu schnellen Fahrens in der Boxengasse schuldig gesprochen worden, kam aber ohne sportliche Strafe davon: Ferrari musste nach dem Vorfall in Montréal lediglich 1.000 Euro zahlen.

Die Rennkommissare stellten fest, dass der Ferrari-Pilot am Circuit Gilles-Villeneuve mit 96,3 km/h unterwegs war und damit den in der Boxengasse geltenden Grenzwert von 80 km/h um 16,3 km/h überschritt. Damit verstieß Leclerc gegen Artikel B1.6.3a des FIA-Reglements. Für ihn selbst hatte das jedoch keine direkten Folgen für den Rest des Wochenendes, weder für die Wertung der Session noch für seine Ausgangslage vor dem weiteren Verlauf.

Gerade deshalb ist der Fall bemerkenswert. In Montréal gab es vor dem Sprint-Qualifying nur diese eine Trainingssitzung, sodass jede Minute Fahrzeit besonders wertvoll war. Fehler in der Boxengasse können an einem Sprint-Wochenende schnell größere Folgen haben, weil die Teams kaum Zeit haben, Setup, Reifenverhalten und Streckenentwicklung sauber einzuordnen. Ferrari entkam in diesem Fall jedoch einem sportlich deutlich teureren Schaden.

Dass Leclerc den Zwischenfall auf der Strecke einigermaßen folgenlos wegsteckte, zeigte auch die Zeitenliste. Er beendete EL1 auf Rang vier und lag damit direkt hinter seinem Teamkollegen Lewis Hamilton. Für Ferrari war das zumindest ein sportlich stabiler Ausgang einer Session, die über weite Strecken kaum Rhythmus zuließ.

Das Training wurde gleich dreimal unterbrochen und am Ende um 19 Minuten verlängert, um den Teams wenigstens einen Teil der verlorenen Fahrzeit zurückzugeben. Zunächst blieb Liam Lawson mit seinem Racing Bulls nach einem Hydraulikproblem auf der Strecke stehen. Kurz darauf sorgte Alexander Albon nach einem Zwischenfall mit einem Murmeltier oder Groundhog auf dem Kurs für die nächste Neutralisation. Später schlug Esteban Ocon mit seinem Haas noch in die Begrenzung ein und löste die dritte Unterbrechung aus.

Diese Abfolge machte aus der ohnehin kurzen Einheit vor dem Sprint-Qualifying eine hektische und zerstückelte Sitzung. Gerade in so einem Umfeld fällt ein Verstoß wie Leclercs Boxengassen-Tempo stärker ins Gewicht, weil schon kleine Nachlässigkeiten ein Wochenende aus dem Takt bringen können. Umso wichtiger für Ferrari war, dass die Sache bei einer Geldstrafe für das Team blieb.

Unterm Strich ging Ferrari damit glimpflich aus einem chaotischen Auftakt hervor. Leclerc behielt seine sportliche Ausgangsposition, und der einzige bestätigte Preis für den Verstoß war die 1.000-Euro-Strafe gegen das Team, nicht aber ein Rückschlag für seine Kanada-Kampagne.