Lando Norris wird beim Großen Preis von Kanada mit einem einmaligen Helm für Sir Jackie Stewarts Wohltätigkeitsorganisation Race Against Dementia fahren und damit aus einem auffälligen Formel-1-Statement zugleich eine Spenden- und Aufmerksamkeitskampagne machen.
Der McLaren-Pilot stellte das Design am Donnerstag in Montreal vor. Der Helm wurde zusammen mit Race-Against-Dementia-Fellow Dr. Maura Malpetti entwickelt und ist als geteiltes Motiv angelegt, das die Auswirkungen von Demenz sichtbar machen soll. Norris erklärte, das Konzept basiere auf Synapsen, also den neuronalen Verbindungen, die grundlegend dafür sind, wie das Gehirn funktioniert, und auf den Schäden, die Demenz dort verursacht.
"Das Design besteht aus zwei Hälften", sagte Norris. "Eine Seite zeigt ein gesundes Gehirn, die andere ein Gehirn, das von synaptischem Verlust betroffen ist." Er erklärte, dass verschiedene Formen von Demenz unterschiedliche Bereiche des Gehirns schädigen und dadurch Gedächtnis, Denken, Kommunikation und Entscheidungsfindung beeinträchtigen, wobei sich die Symptome im Lauf der Zeit verschlimmern.
Damit bleibt es in Montreal nicht bei einer einmaligen Lackierung. Norris sagte, dass Mini-Versionen des Helms über seinen Merchandising-Shop verkauft werden und "alle Gewinne" direkt an Race Against Dementia gehen. Der Helm wird damit nicht nur zum Symbol für das Thema, sondern auch zu einem konkreten Fundraising-Projekt am Grand-Prix-Wochenende.
Norris begründete sein Engagement mit den Gesprächen mit Stewart über die Krankheit seiner Familie. Zu hören, wie offen Stewart über die Auswirkungen der Demenz auf seine Frau Helen, die Familie und ihr Umfeld spreche, habe ihm "wirklich vor Augen geführt, wie viele Menschen das betrifft", sagte er. Auf Instagram ergänzte Norris, Stewarts Geschichte habe ihm gezeigt, wie weit das Thema reiche, und er wolle "meinen Teil dazu beitragen, das Bewusstsein zu schärfen und sich Race Against Dementias Kampf für ein Heilmittel anzuschließen".
Race Against Dementia wurde von dem dreimaligen Formel-1-Weltmeister Stewart gegründet, nachdem bei seiner Frau Helen frontotemporale Demenz diagnostiziert worden war. Seit 2016 hat die Organisation mehr als 20 Millionen Pfund für die Demenzforschung bereitgestellt oder investiert.
Stewart sagte, Rennhelme hätten in seinem Leben "eine große Rolle gespielt". "Aber keiner meiner Helme trug jemals eine so ernste Botschaft." Norris und Malpetti hätten einen Weg gefunden, "sehr komplizierte Ideen mit echter Fantasie und Persönlichkeit auszudrücken", sagte er weiter. Er sei Norris "dankbar", dass er Race Against Dementia "mit so viel Enthusiasmus" unterstütze.
Für Norris bekommt der Kanada-Grand-Prix damit eine zusätzliche Bedeutung über das Renngeschehen hinaus: Sein einmaliger Helm soll nicht nur Aufmerksamkeit erzeugen, sondern direkt Geld für weitere Forschung einbringen.
© Jonathan Borba