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Kubica siegte ein Jahr nach seinem Montreal-Crash

Robert Kubica gewann den Großen Preis von Kanada 2008 genau ein Jahr nach seinem 75-g-Unfall in Montreal und holte damit seinen ersten und einzigen Formel-1-Sieg sowie den ersten Grand-Prix-Erfolg für BMW Sauber.

Dass dieser Sieg am Circuit Gilles Villeneuve gelang, gab der Geschichte ihr besonderes Gewicht. Am 10. Juni 2007 war Kubica dort von Startplatz acht ins Rennen gegangen und lag nach einer Safety-Car-Phase in Runde 22 im Kampf mit Jarno Trulli. Beim Anbremsen der Haarnadel in Runde 27 berührte er das Heck des Toyota, sein BMW Sauber wurde ins Kiesbett geschleudert und krachte anschließend mit hoher Geschwindigkeit in eine Betonmauer. Der Einschlag wurde mit 75 g angegeben.

Der Unfall zerlegte den Wagen nahezu vollständig. Räder, Nase, Seitenkästen und Verkleidungsteile verteilten sich über die Strecke, das Auto überschlug sich, schlug noch in die gegenüberliegende Begrenzung ein und kam auf der Seite zum Stillstand. Durch die aufgerissene Front waren sogar Kubicas Füße zu sehen.

Trotz der Wucht des Einschlags erlitt er nur eine leichte Gehirnerschütterung und eine verstauchte bzw. leicht verletzte Sprunggelenkregion. Aus Vorsicht setzte er eine Woche später in Indianapolis aus, kehrte aber schon beim nächsten Rennen in Magny-Cours zurück und wurde dort Vierter. Gerade dieser Verlauf machte den Unfall auch zu einem Beispiel dafür, wie weit die Sicherheitsstrukturen in der modernen Formel 1 bereits entwickelt waren.

Als Kubica 2008 nach Montreal zurückkehrte, war die Strecke deshalb weit mehr als nur die nächste Station im Kalender. Er qualifizierte sich auf Rang zwei hinter Lewis Hamilton und bekam im Rennen die Chance, als Hamilton und Kimi Räikkönen sich am Boxenausgang nach einem überfahrenen Rotlicht selbst aus dem Rennen nahmen. Kubica nutzte das, ging an seinem Teamkollegen Nick Heidfeld vorbei und kontrollierte den Grand Prix bis ins Ziel.

Der Sieg brachte ihn mit 42 Punkten an die Spitze der Fahrerwertung, vier Zähler vor Hamilton und Felipe Massa. Gleichzeitig blieb Montreal damit nicht nur der Ort eines der heftigsten Unfälle der jüngeren Formel-1-Geschichte, sondern auch der Schauplatz von Kubicas größtem Grand-Prix-Moment und ein markantes Beispiel dafür, was der Fortschritt bei Chassis- und Crashsicherheit in der Formel 1 bewirken konnte.