© Jonathan Borba

Hungaroring: FIA flickt Turn 1 nach Asphaltbruch

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Die FIA hat vor dem dritten Training und dem Qualifying am Hungaroring beschädigte Bereiche in Turn 1 über Nacht ausbessern lassen, nachdem sich die Streckenoberfläche am Freitag auf der Ideallinie geöffnet hatte und Fahrer über heftige Bodenwellen sowie Instabilität klagten.

Brisant war vor allem der Ort des Problems. Turn 1 ist der wichtigste Überholpunkt der Strecke, und genau dort brach der Asphalt auf der Rennlinie auf. In ihrer Erklärung teilte die FIA mit, die Stelle sei inspiziert worden und man habe in der Nacht nachgebessert. Bearbeitet wurden „two areas“, nämlich „one online and one to the right of the line where an overtaking car would travel“.

Die Probleme waren nicht auf eine einzelne Stelle begrenzt. Nach den vorliegenden Berichten hatten Hitze und Trockenheit im Sommer unter der Oberfläche zu Setzungen geführt, wodurch sich die Fahrbahn in den Kurven 1, 12 und 13 verschlechterte. Einige Abschnitte waren bereits in den vergangenen zwei Jahren neu asphaltiert worden, Turn 1 sogar teilweise kurz vor dem Wochenende, nachdem die Schäden schon beim International GT Open zwei Wochen zuvor aufgefallen waren. Pirelli hatte zudem schon am Mittwoch geringere Gripwerte als erwartet und niedriger als im Vorjahr gemessen.

Auf der Strecke zeigte sich das sofort. In den ersten beiden Trainings gab es mehrere Verbremser in Turn 1 und viele Rutscher in den Schlusskurven. Franco Colapinto verunglückte in Turn 12, einem der neu asphaltierten Bereiche, der sich als unerwartet rutschig erwies. Oscar Piastri, McLaren-Fahrer nach seiner wegen der Rookie-Session verpassten ersten Einheit, sagte: „The new parts of the track are not very grippy.“ Das mache den Hungaroring „a very challenging circuit at the moment“.

George Russell, Mercedes-Fahrer nach dem Freitagstraining, beschrieb die Lage ähnlich. Es sei „quite a strange day out there I think for everybody“, sagte er. „Budapest is an amazing track to drive but they've resurfaced half of the track, super bumpy, a lot of it's breaking up around the last couple of corners, which is making it quite strange to drive on.“ In einer weiteren Einschätzung kritisierte er die Qualität der Arbeiten noch schärfer und verwies darauf, dass sich in der ersten Kurve ständig Fahrer verbremsten und in der letzten Kurve alle eher in der Mitte fuhren, statt den Scheitelpunkt zu treffen.

Pirelli-Cheftechniker Simone Berra machte deutlich, dass nicht nur die aufbrechenden Stellen selbst ein Problem sind, sondern auch die Reparaturflicken. „In den Bereichen ist der Grip niedrig, das macht die Autos instabil“, sagte er. Berra warnte zudem, dass sich die Situation von Runde zu Runde verschlechtern könne, besonders im Rennen, wenn mehr Autos gleichzeitig auf der Strecke sind und die Temperaturen weiter steigen. Nach seiner Darstellung beobachtete die FIA die Entwicklung bereits eng.

Damit wurde der Freitag in Budapest zu mehr als einem normalen Abstimmungsproblem. Die Fahrer mussten nicht nur mit einer welligen und teils aufbrechenden Fahrbahn umgehen, sondern auch mit einer Strecke, deren kritischster Überholpunkt noch vor dem Qualifying repariert werden musste. Ob die nächtlichen Arbeiten Turn 1 wirklich beruhigen, wurde damit zu einer der entscheidenden Fragen für den weiteren Verlauf des Wochenendes.

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