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Hamiltons Ferrari-Aufschwung laut Vasseur kein Zufall

Lewis Hamiltons Aufschwung bei Ferrari in der Formel-1-Saison 2026 ist nach Aussage von Teamchef Frédéric Vasseur das Ergebnis eines schrittweisen Annäherungsprozesses zwischen Fahrer, Team und Auto, nicht die Folge eines einzelnen Wendepunkts.

Vasseur sagte in Silverstone, der Fortschritt komme „von beiden Seiten“: Ferrari kenne Hamilton inzwischen besser, und Hamilton kenne das Team besser. Dazu komme, dass Ferrari das Auto seit Beginn gemeinsam mit ihm entwickelt habe, weil er schon dabei gewesen sei, als das Projekt vor längerer Zeit gestartet wurde. „Stein für Stein, es gibt keinen Gamechanger, es ist kein einzelner Stein“, sagte Vasseur. „Heute ist es viel besser aufeinander abgestimmt. Das Auto ist wahrscheinlich auch besser als im vergangenen Jahr, ganz sicher, und Schritt für Schritt verbessern wir uns.“

Die Wirkung ist auf der Strecke klar zu sehen. Nach seiner ersten Ferrari-Saison ohne Podestplatz steht Hamilton 2026 bereits bei fünf Podien, hat in Barcelona gewonnen und liegt in der Weltmeisterschaft auf Rang drei, 32 Punkte hinter Andrea Kimi Antonelli.

Hamilton selbst beschreibt die Wende ebenfalls als Zusammenspiel mehrerer Faktoren, verwies aber besonders auf seinen technischen Einfluss. Er sagte, er fahre nun ein Auto, an dessen Entwicklung er „wirklich mitgewirkt“ habe. Dazu gehörten eine Vorderradaufhängung, die er schon im Vorjahr gefordert hatte und die im Simulator entwickelt und getestet wurde, sowie die Bremsen, die er „nach viel Aufwand“ endlich bekommen habe.

Entscheidend sei auch gewesen, das Verhältnis innerhalb des Teams zu verändern. Hamilton sagte, er habe mit der Ferrari-Führung daran gearbeitet, „Verbündete statt Gegner“ zu sein, damit alle in dieselbe Richtung arbeiten. Nach den schwachen Resultaten 2025 sei es schwer gewesen, Vertrauen aufzubauen, weil bei ausbleibenden Ergebnissen auch die Bereitschaft sinke, auf den Fahrer zu hören. Inzwischen sei dieses Vertrauen aber gewachsen. „Die Zusammenarbeit ist endlich da“, sagte er. „Und ich denke, das ist das Wichtigste.“

Jenson Button setzte bei seiner Analyse einen etwas anderen Schwerpunkt. Der Weltmeister von 2009 und frühere McLaren-Teamkollege Hamiltons sagte in der Sky Sports F1 Show, dass die Eingewöhnung bei Ferrari und die neue Zusammenarbeit mit dem Renningenieur zwar eine Rolle gespielt hätten. Den größten Faktor sieht er aber im Auto selbst. „Der größte Teil ist einfach das Auto“, sagte Button. „Das Auto passt besser zu seinem Stil. Es ist ein Formel-1-Auto, das sich vom Gefühl her mehr so anfühlt, wie er es gewohnt ist.“ Button sprach von einem „normaleren“ Formel-1-Auto, das Hamiltons Fahrstil stärker entgegenkomme.

Damit zeichnen Ferrari und Hamilton intern dasselbe Grundbild wie von außen zu erkennen ist: Der Leistungssprung kam nicht durch einen einzelnen Eingriff, sondern durch ein Auto, das besser funktioniert, und eine Arbeitsbeziehung, die jetzt trägt. Für Ferrari ist das der Unterschied zwischen einem Jahr ohne Podium und einem Titelkandidaten, der nach neun Rennen wieder in Schlagdistanz zur Spitze liegt.