Lewis Hamilton führt seinen deutlichen Formanstieg bei Ferrari auf einen Umbau im Hintergrund zurück. Vor dem Monaco-Wochenende sagte der siebenmalige Weltmeister, das Ingenieurs-Setup sei im Vergleich zu 2025 „eine Million Mal besser“ geworden, und lobte seinen neuen Renningenieur Carlo Santi als seinen „italienischen Bono“. Nach einem schwierigen ersten Jahr beim Team hat Hamilton 2026 bereits Podestplätze in China und Kanada geholt.
Im Zentrum steht für Hamilton der Wechsel an der Boxenmauer. Riccardo Adami wurde über den Winter als sein Renningenieur durch Santi ersetzt, und genau diese neue Arbeitsbeziehung nennt Hamilton als Schlüsselfaktor für die verbesserten Resultate. „Die Zusammenarbeit zwischen Fahrer und Ingenieur ist sehr, sehr wichtig“, sagte er am Donnerstag in Monaco.
Hamilton machte dabei klar, dass das Problem 2025 aus seiner Sicht nicht persönlicher Natur war. Über Adami sagte er, er sei „ein herzlicher Typ“ gewesen, und die beiden hätten „recht gut zusammengearbeitet“. Entscheidend sei vielmehr, dass es Zeit brauche, „die Anforderungen eines Fahrers zu lernen und darauf einzugehen“. Wenn ein Fahrer Feedback gebe, müsse der Ingenieur die Balance des Autos über die gesamte Kurve hinweg verstehen, also die Probleme „Kurve für Kurve, am Eingang, in der Mitte und am Ausgang“ erfassen, notfalls sogar in „fünf Abschnitte“ zerlegen.
Genau dort sieht Hamilton mit Santi nun den Unterschied. „Es fühlt sich für mich so an, als wäre Carlo wie mein italienischer Bono“, sagte er mit Blick auf seinen langjährigen Mercedes-Ingenieur Peter Bonnington. Santi sei „vom alten Schlag“, „sehr besonnen“ und am Funk entsprechend ruhig. Vor allem aber könnten beide gemeinsam tief ins Detail gehen. Hamilton sagte, ihr Verständnis für die technische Seite steche hervor.
Den Aufschwung schreibt Hamilton aber nicht nur der Beziehung zu Santi zu, sondern einer breiteren Neuordnung innerhalb des Teams. „Was die meisten Leute nicht realisieren, ist die Arbeit, die im Hintergrund geleistet werden muss“, sagte er. Ferrari habe aus seiner Sicht alles, was es für den Erfolg brauche, aber die Teile des Puzzles hätten erst an die richtige Stelle gebracht werden müssen.
Dabei hob Hamilton besonders Teamchef Fred Vasseur hervor. Vasseur habe ihm geholfen, „zum Beispiel mit den Ingenieuren“, sagte Hamilton. „Die Konfiguration der Ingenieure ist eine Million Mal besser als im vergangenen Jahr“, und die Auswirkungen spüre er inzwischen direkt im Auto. Wünsche aus der Simulatorarbeit des Vorjahres seien inzwischen umgesetzt worden, „wie die Aufhängung zum Beispiel“.
Dass Hamilton den Umbau so offen als Ursache seines Aufschwungs benennt, gibt Ferraris Projekt eine klarere Richtung. Nach dem schwierigen Start seiner Zeit in Maranello sieht er die Arbeit im Hintergrund nun endlich auf der Strecke ankommen, auch wenn er zugleich betont, dass Ferrari in einigen Bereichen noch zulegen müsse und der Weg noch lang sei.
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