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Hadjar nennt Silverstone-P5 eine verschenkte Chance

Isack Hadjar hat seinen fünften Platz beim Grand Prix von Großbritannien als „verschenktes Rennen“ bezeichnet, nachdem ein Verlust an Abtrieb ihn über weite Strecken ohne Tempo ließ, bis Red Bull bei einem Boxenstopp den Frontflügel wechselte und sich die Pace nach seinen Worten sofort deutlich erholte.

Der Red-Bull-Pilot kam in Silverstone zwar erneut stark ins Ziel, sah darin nach dem Rennen aber vor allem eine verpasste Gelegenheit. „Sie haben mir gesagt, dass uns Abtrieb am Auto gefehlt hat“, sagte Hadjar nach dem Rennen. Nach dem Wechsel des Frontflügels sei der Unterschied unmittelbar spürbar gewesen: „Ich habe sofort fast zwei Sekunden gefunden. Wirklich ein verschenktes Rennen.“

Gerade der Beginn machte den Einbruch für ihn so frustrierend. Nachdem ihn der schlechte Start im Sprint am Samstag geärgert hatte, gelang ihm im Hauptrennen genau die Reaktion, die er sich gewünscht hatte. „Diesmal hatte ich einen sehr guten Start, wirklich sehr gut“, sagte Hadjar. „Das Tempo in den ersten drei Runden war auch sehr gut.“

Obwohl Teamkollege Max Verstappen ihn früh überholte, wertete Hadjar diese Phase positiv. Er habe den Niederländer gut begleiten können und damit zunächst den Eindruck gehabt, dass ein sehr konkurrenzfähiges Rennen möglich sei. „Ich war ein bisschen nett zu Max. Aber es war gut, ihm zu folgen, und das habe ich wirklich gut geschafft“, sagte er.

Dann kippte das Rennen über die 52 Runden abrupt. Hadjar berichtete von einem plötzlichen und massiven Pace-Verlust, den er zunächst bei sich selbst suchte. „Plötzlich gab es einen riesigen Abfall beim Tempo“, sagte er. „Ich dachte: Vielleicht habe ich etwas falsch gemacht beim Reifenmanagement.“

Diese Erklärung hielt für ihn aber nicht lange stand. Auch nach dem Wechsel auf neue harte Reifen blieb das Problem bestehen. Statt des erwarteten Neustarts im zweiten Stint fuhr Hadjar weiter ohne die nötige Performance und konnte sich den Einbruch zunächst nicht erklären. „Ich hatte kein Tempo mehr. Ich war sehr verwirrt“, sagte er.

Erst später wurde klar, dass die Ursache nicht im Umgang mit den Reifen lag, sondern in der Aerodynamik. Nach Angaben des Teams fehlte dem Auto Abtrieb, was den Wagen in einem Grand Prix, in dem Stabilität und Last in schnellen Kurven entscheidend sind, spürbar zurückwarf. Der Frontflügelwechsel beim Boxenstopp stellte dieses Gleichgewicht laut Hadjar wieder her und zeigte für ihn unmittelbar, was im vorherigen Rennabschnitt verloren gegangen war.

Dass am Ende trotzdem Rang fünf heraussprang, unterstreicht einerseits, wie solide Hadjars Wochenende trotz des Problems war. Andererseits erklärt genau das, warum ihn das Resultat nicht zufriedengestellt hat. Mit Platz fünf baute er seine Serie auf fünf Punktresultate in Folge aus, und alle fünf lagen innerhalb der Top Sechs. Für Hadjar blieb Silverstone dennoch vor allem das Rennen, in dem ein starker Start und ein konkurrenzfähiger erster Eindruck nicht in das bestmögliche Ergebnis umgesetzt werden konnten.