Freddie Hunt hat zum 50. Jahrestag von James Hunts Formel-1-Titel von 1976 einen sehr persönlichen Einblick in seine Erinnerung an den verstorbenen Weltmeister gegeben und zugleich scharf mit der modernen Formel 1 abgerechnet. Gegenüber The Telegraph sagte Hunts Sohn, er schaue sich noch immer alte Grands Prix mit seinem Vater am Mikrofon an, "nur um ihn zu hören", und glaubt, dass James Hunt mit der heutigen, stark reglementierten F1 nichts hätte anfangen können.
Fast 33 Jahre nach dem Tod seines Vaters berühre ihn der Verlust noch immer stark. Freddie Hunt sagte The Telegraph: "Ich erinnere mich bis heute an seine Stimme." Manchmal sehe er sich alte Rennen an, bei denen James Hunt als Kommentator im Einsatz war, "nur um ihm zuzuhören".
Wie stark ihn das bis heute trifft, machte er ebenfalls deutlich. "Es kommt darauf an, in welcher Stimmung ich bin. Manchmal spreche ich über meinen Vater und weine wie ein Baby, das nimmt mich unglaublich mit. Manchmal nicht", sagte Hunt.
Der Zeitpunkt des Interviews ist dabei kein Zufall. In diesem Jahr jährt sich James Hunts WM-Triumph mit McLaren aus der Saison 1976 zum 50. Mal, jener Titelgewinn aus dem berühmten Duell mit Niki Lauda.
Auf die Frage, was sein Vater von der aktuellen Formel 1 halten würde, fiel Freddie Hunts Urteil vernichtend aus. "Es wirkt, als würde sie von künstlicher Intelligenz geführt", sagte er. "Diese Batterien machen es schon schlimm genug." Sein Vater hätte seiner Ansicht nach wohl gesagt: "Was ist das für ein Unsinn?" und dann "sofort aufgehört".
James Hunt blieb nach seinem Titelgewinn noch drei weitere Jahre in der Formel 1 und gewann drei weitere Grands Prix, bevor er 1979 zurücktrat. Danach wechselte er ins Fernsehen und arbeitete als Kommentator und Analyst für die BBC. 1993 starb Hunt im Alter von 45 Jahren an einem Herzinfarkt.
Freddie Hunts Aussagen verbinden damit zwei Seiten von James Hunts Erbe: die persönliche Erinnerung an eine bis heute schmerzhafte Abwesenheit und das Bild eines Champions, der nach Ansicht seines Sohnes in der heutigen Formel 1 keinen Platz mehr sehen würde.
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