Ferrari geht vor Monaco und einem weiteren geplanten Update in Barcelona weiter mit einem geschätzten Rückstand von 0,5 Sekunden auf Mercedes in die Saisonphase, wobei das Team den Hauptgrund klar bei der Power Unit sieht und auf die bevorstehende FIA-Entscheidung zum ADUO hofft.
Nach Informationen von AutoRacer brachte Ferrari in Miami sein erstes großes Update-Paket des Jahres, mit Änderungen an Front, Unterboden und Heck des SF-26, darunter auch der sogenannte „asa macarena“-Heckflügel. Der erhoffte Schritt nach vorn fiel aber kleiner aus als erwartet, weil laut dem Bericht weiterhin der Motor „den Unterschied macht“.
Gerade deshalb richtet sich der Blick nun auf zwei sehr unterschiedliche Chancen. Kurzfristig könnte Monaco Ferraris Schwäche kaschieren. Lewis Hamilton, Ferrari-Pilot, sagte nach seinem zweiten Platz in Kanada: „Monaco ist die einzige Strecke, auf der die Leistung nicht fundamental ist.“ Dort gehe es „komplett um die Performance des Chassis“, und er glaube, „dass unser Auto dort wirklich stark sein könnte“.
Hamilton machte zugleich deutlich, wo Ferrari derzeit Zeit verliert. „Wenn man das Leistungsdefizit herausnimmt, kämpfen wir mit denen vorne“, sagte er. In den Kurven könne er das Tempo mitgehen, „aber ich kann auf dem Gaspedal nicht weiter pushen“. Auf den Geraden sehe man die Rivalen davonziehen, ehe Ferrari beim Bremsen wieder etwas zurückhole. „Ich hoffe, dass uns das ADUO erlaubt, die Performance ein wenig zu verbessern, damit wir mitkämpfen können.“
Diese Einschätzung wird auch außerhalb Ferraris geteilt. Andrea Kimi Antonelli sagte bei der Übergabe der Trofeo Bandini, Ferrari wirke als eines der Teams, das vom ADUO profitieren könnte. „Wenn es ihnen gelingt, den Motor weiterzuentwickeln, werden sie näherkommen, weil sie auf Chassis-Niveau auch gut dastehen.“
Damit hängt Ferraris Aufholjagd nun an zwei offenen Punkten. Die FIA will in der kommenden Woche bekanntgeben, welche Motorenhersteller von den zusätzlichen Entwicklungs- und Update-Möglichkeiten des ADUO profitieren dürfen. Sollte Ferrari nach der ersten Leistungsbewertung der Antriebe darunterfallen, könnte das Team gezielt an einer Power Unit arbeiten, die nach Einschätzung aus Maranello und auch aus dem Fahrerlager hinter Mercedes liegt.
Parallel wartet Ferrari auf eine technische Richtlinienänderung ab Juni. Dann soll das Verdichtungsverhältnis der Motoren nicht mehr bei Umgebungstemperatur, sondern bei auf 130°C erhitzten Power Units gemessen werden. Ziel ist laut Bericht, mögliche Umgehungen des 16:1-Limits im Fahrbetrieb zu unterbinden.
Unabhängig davon bereitet Ferrari bereits das nächste Aerodynamikpaket für Barcelona vor. Im Mittelpunkt steht laut AutoRacer ein neuer Frontflügel mit fortschrittlichem Konzept und nach außen gedrehten doppelten Endplatten. Der erwartete Gewinn liegt bei 0,2 Sekunden. Ob das für eine echte Annäherung an Mercedes reicht, dürfte aber vor allem davon abhängen, ob Ferrari über das ADUO auch beim Motor den entscheidenden Schritt machen darf.
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