© Jonathan Borba

F1 meldet Wachstum, hält Apple-Zahlen aber zurück

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Die Formel 1 stellt ihre erste Saisonhälfte 2026 als Erfolg der neuen Regel-Ära dar, doch ausgerechnet für eine ihrer größten Medienbehauptungen liefert sie keine öffentlichen Belege: Der neue Apple-Deal soll starke Reichweite bringen, konkrete Zuschauerzahlen nennt die Serie aber nicht.

In ihrem am Mittwoch veröffentlichten Halbjahresbericht führt die F1 dafür an anderer Stelle eine lange Liste belastbarer Wachstumswerte an. Alle bisherigen 11 Grands Prix waren ausverkauft, an den Rennwochenenden kamen fast 3,7 Millionen Zuschauer, nach 3,4 Millionen bei denselben Rennen 2025. Zugleich beziffert die Serie ihre weltweite Fanbasis auf mehr als 830 Millionen Menschen, ein Plus von 64 Prozent gegenüber 2018. 42 Prozent der Fans seien weiblich, 43 Prozent 35 Jahre alt oder jünger.

Auch bei den TV-Reichweiten verweist die F1 auf klare Zuwächse in mehreren Kernmärkten. In Brasilien erreichte der Große Preis von Großbritannien über TV Globo und SportTV3 eine Rekordreichweite von 18 Millionen Zuschauern, laut F1 die höchste für dieses Rennen seit acht Jahren und das größte Einzelmarkt-Publikum eines F1-Rennens weltweit seit 2020. In Italien liegen die TV-Zahlen bis Silverstone 27 Prozent über dem Vorjahr, in China hat sich das Publikum für den Grand Prix mehr als verdoppelt. Weltweit kam der Grand Prix von Monaco auf nahezu 80 Millionen Zuschauer.

Umso auffälliger ist, dass die Serie bei Apple im Ungefähren bleibt. Die neue Partnerschaft wird im Bericht als Quelle von „ausgezeichneter Reichweite und Interaktion“ beschrieben, zudem habe sie ein „jüngeres und vielfältigeres Publikum“ angezogen. Als Beispiel nennt die F1 Apples ersten Simulcast mit Netflix beim Kanada-Grand-Prix. Eigene Apple-spezifische Reichweitenzahlen veröffentlicht sie jedoch nicht.

Auf die fehlenden Daten angesprochen sagte Stefano Domenicali, CEO der Formel 1, Apple melde intern starke Werte, wolle diese aber nicht öffentlich machen. „Apple bestätigt, wie Sie wissen, dass die Zahlen sehr, sehr gut sind“, sagte Domenicali. „Es gehört aber zu ihrer Politik, dass sie ihre Zahlen nicht wirklich mit allen teilen.“ Er fügte hinzu: „Ich glaube, dass Sie bald eine gute Überraschung erleben werden, weil wir respektvoll Druck machen, damit sie das tun.“

Der Bericht dient zugleich als Verteidigung des sportlichen Produkts in einem Jahr, in dem die neuen Regeln nicht nur Zustimmung ausgelöst haben. Laut F1 bewerteten in einer Fan-Voice-Umfrage mit 60.000 Teilnehmern 66 Prozent die Action auf der Strecke als „gut oder sogar herausragend“, nach 60 Prozent im Vorjahr. Kanada kam dabei auf 84 Prozent, Belgien auf 61 Prozent und Japan auf 48 Prozent, was jeweils über 2025 lag. Rückgänge gab es unter anderem in Australien, das nach dem außergewöhnlich hoch bewerteten Regenrennen des Vorjahres auf 61 Prozent fiel, und in Großbritannien, das mit 69 Prozent hinter 2025 lag, nachdem das Rennen 2026 hinter dem Safety-Car beendet worden war.

Gerade deshalb ist die Lücke bei den Apple-Daten für die F1 heikel: Die Serie will zeigen, dass die umstrittene neue Ära sportlich und kommerziell trägt, kann ihren vielleicht wichtigsten neuen Medienpartner öffentlich aber bislang nur mit allgemeinen Formulierungen untermauern.

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