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Carlos Sainz vertagt Williams-Entscheidung

Carlos Sainz will seine Zukunft in der Formel 1 erst in der Sommerpause entscheiden, weil er sich vor dem Großen Preis von Österreich ganz auf Williams und die Ursachen der enttäuschenden Saison 2026 konzentrieren will.

Der Spanier sagte, er beschäftige sich derzeit nicht mit Alternativen. „Ehrlich gesagt denke ich nicht darüber nach, weil ich hier bei Williams sehr viel Arbeit habe. Wir haben sehr viele Simulator-Sessions und Meetings“, erklärte Carlos Sainz, Williams-Pilot, vor dem Österreich-Wochenende. „Ich habe mein Team sogar gebeten, mich bis zur Sommerpause ein bisschen in Ruhe zu lassen, um zu versuchen, Williams zu helfen und die Situation so gut wie möglich zu verbessern.“ Erst im Sommer werde „der Moment sein, darüber nachzudenken und die Optionen zu analysieren“.

Trotzdem stellte Sainz klar, dass sich seine Prioritäten nicht grundsätzlich geändert haben. Williams wisse bereits, „welche meine Absichten und Prioritäten sind“, sagte er. Diese seien, beim Team zu bleiben und das Projekt langfristig fortzusetzen. „Ich glaube an die Vision des Projekts, auch wenn wir im Moment noch viel Arbeit vor uns haben.“ Sein Idealplan und seine Prioritätenordnung seien weiter, zu bleiben und langfristig weiterzumachen.

Der Grund, warum die Entscheidung nicht einfach ist, liegt in der sportlichen Entwicklung unter dem neuen Reglement 2026. Sainz sagte, Williams habe zumindest erwartet, ungefähr dort zu bleiben, wo das Team die vergangene Saison beendet hatte. Mit den verfügbaren Windkanalstunden habe man sogar auf einen Schritt nach vorn gehofft. Stattdessen habe sich gezeigt, dass die Spitzenteams „auf einem völlig anderen Niveau“ arbeiten. „Wenn überhaupt, hat sich der Abstand vergrößert“, sagte er.

Für Sainz ist das ein Hinweis darauf, dass die neuen Regeln Probleme freigelegt haben, die bei stabilen Vorschriften weniger sichtbar waren. Er arbeitet deshalb gemeinsam mit Teamchef James Vowles und der Führung daran, „an die Wurzel der Probleme zu gehen“ und zu verstehen, „wo die Dinge angefangen haben, schiefzulaufen“. Die Analyse sei weit fortgeschritten, doch die wichtigeren Fragen kämen erst danach: „Was machen wir von hier aus, wie schnell werden diese Änderungen Wirkung zeigen und wie konsequent und aggressiv werden wir in der Erholung sein?“

Gerade dieser Prozess ist der Grund, warum Sainz das Thema Fahrermarkt vorerst ausblendet. Die Menge an Informationen, Meetings und Arbeit lasse kaum Raum für anderes. Er versuche, mit seinem Urteilsvermögen und seiner Erfahrung zu helfen, damit Williams erkenne, welche Bereiche am entschlossensten angegangen werden müssen.

Zugleich widersprach Sainz der Vorstellung, Williams scheitere am Geld. „Geld ist bei Williams nicht das Problem“, sagte er. Das Team verfüge über Budget, über starke Investitionen des Vorstands und habe auch in die Infrastruktur investiert. Die eigentlichen Defizite lägen „bei Prozessen, Effizienz und Arbeitsmethoden“. Genau dort müsse Williams richtig ansetzen und auch Talente von anderen Teams holen, um zu verstehen, in welchen Bereichen man noch nicht stark genug sei.

Damit wird die Sommerpause für Sainz zum entscheidenden Prüfpunkt. Nicht die Frage, ob Williams langfristig investieren will, steht im Mittelpunkt, sondern ob die nun identifizierten strukturellen Probleme schnell genug behoben werden können, um sein Bekenntnis zum Projekt zu rechtfertigen.