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Briatore sieht F1-Teams bald bei 10 Milliarden

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Flavio Briatore sieht die Bewertungen von Formel-1-Teams weiter massiv steigen und hält in den nächsten drei bis vier Jahren sogar Werte von 10 Milliarden Dollar für möglich. Der Alpine-Executive-Adviser sagte im Interview mit The Race Business, die Preise seien "nie so hoch gewesen" und die Entwicklung sei "noch lange nicht vorbei".

Briatore begründete das mit dem Sprung, den er über Jahrzehnte erlebt hat. Er verwies darauf, dass er seinen Anteil an Benetton verkauft habe, als das Team 80 Millionen Dollar wert gewesen sei. "Jetzt spricht man von 3,5 Milliarden, 4 Milliarden Dollar", sagte er, und ergänzte mit Verweis auf Gespräche mit Finanzexperten: "In drei, vier Jahren ist das Team 10 Milliarden Dollar wert."

Sein wichtigstes aktuelles Argument liefert dabei ausgerechnet Alpine selbst. Otro Capital versucht seit Monaten, seinen 24-Prozent-Anteil an dem Team zu verkaufen, den die Investorengruppe im Juni 2023 für 200 Millionen Euro erworben hatte. Renault griff Ende Mai 2026 in Gespräche über einen möglichen Verkauf dieser Anteile an Mercedes ein, womit der laufende Prozess zu einem direkten Markttest für Alpines aktuellen Wert geworden ist.

Briatore argumentierte, dass veröffentlichte Schätzungen wie die Forbes-Bewertung von Alpine mit 2,45 Milliarden Dollar bereits überholt seien. "Nein, nein, wir sind mehr wert, weil wir ein Angebot für die 24 Prozent von Otro haben. Die Bewertung liegt bei 3,2 Milliarden", sagte er. Daraus leitete er auch die Bedeutung des F1-Teams innerhalb des Renault-Konzerns ab: "Renault insgesamt ist 8,3 Milliarden wert. Und wir arbeiten mit dieser Bewertung von 3,5 Milliarden. Also repräsentieren wir 40 oder 50 Prozent."

Genau an diesem Punkt wird die Verkaufslage kompliziert. Renault besitzt bis September ein Vetorecht bei jedem Eigentümerwechsel der Otro-Anteile. Briatore spielte diese Frist jedoch herunter und machte klar, dass ein Käufer für eine so große Minderheitsbeteiligung kaum ohne Rückendeckung des Mehrheitseigners einsteigen werde. Er sagte, er erwarte im September nichts Dramatisches, weil es "sehr schwierig" sei, 24 Prozent eines Unternehmens ohne Einigung mit der Mehrheit zu kaufen. Er habe "nie gesehen", dass jemand 600 Millionen für eine Minderheitsbeteiligung ausgebe, ohne mit dem kontrollierenden Anteilseigner auf einer Linie zu sein.

Für den Rennbetrieb selbst sieht Briatore durch die Eigentümergespräche keine unmittelbaren Folgen. "Renault verhandelt. Aus Sicht des Teams macht das für mich keinen Unterschied. Heute haben wir Otro, morgen vielleicht jemand anderen", sagte er.

Damit wird der mögliche Verkauf bei Alpine für Briatore zum Beleg für einen größeren Trend in der Formel 1: Selbst eine Minderheitsbeteiligung an einem Werksteam dient inzwischen als Referenz für Milliardenbewertungen und als Hinweis darauf, dass die nächste Preisstufe für die Serie noch nicht erreicht ist.

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