Aston Martin hat für 2026 viel eingekauft, viel gebaut und trotzdem wird der Ausblick immer düsterer. Adrian Newey steht im Zentrum der Debatte, Honda ebenso. Nach Einschätzung mehrerer Stimmen geht es längst nicht mehr nur um Anlagen oder Geld, sondern um die Frage, ob das Team die falschen Leute in die falschen Rollen gesetzt hat, während Fernando Alonso und Lance Stroll auf der Strecke kaum Ergebnisse liefern.
Will Buxton, WM-Analyst, zeichnete im Podcast „Up to Speed“ ein hartes Bild. Als die ersten Gerüchte aufkamen, Newey könne wieder in eine rein technische Rolle zurückkehren und der Direktorenposten bei Aston Martin sei frei, habe er sofort gedacht: „In unserer kleinen WhatsApp-Gruppe war meine erste Reaktion: ‚Wer zum Teufel würde das wollen?‘ Denn wer will schon einen Job übernehmen, wenn er weiß, dass er am Ende mindestens im nächsten Jahr scheitern wird, wenn nicht sogar zwei“, sagte Buxton als WM-Analyst im Podcast „Up to Speed“.
Buxton verband das direkt mit Honda und dem Projekt für 2026. „Die Situation von Honda bei Aston Martin ist ein Desaster und genauso schlimm, wenn nicht schlimmer, als die Lage von McLaren, als Honda 2015 zurückkehrte“, sagte Buxton als WM-Analyst im Podcast „Up to Speed“. Er erinnerte daran, dass Honda nach der Rückkehr erst 2019, in der fünften Saison, wieder einen Grand Prix gewann, und das laut Buxton erst nach dem Wechsel zu Red Bull. Daraus leitete er seine düstere Prognose ab: „Wenn du jetzt in der Position von Aston Martin bist, musst du dir bewusst sein, dass du auf absehbare Zeit, möglicherweise für den Rest dieses Jahrzehnts, völlig verloren bist“, sagte Buxton als WM-Analyst im Podcast „Up to Speed“.
Dass Aston Martin ein neues Werk, einen neuen Windkanal und einen Simulator der nächsten Generation aufgebaut hat, ändert für Buxton wenig. Unter dem Budgetdeckel lasse sich ein Problem nicht einfach mit mehr Ausgaben zuschütten. „Man kann nicht einfach Geld draufwerfen. In der Formel 1 arbeiten wir mit einer Budgetobergrenze. Man kann nicht mit Geld um sich werfen wie vor 10, 15 oder 20 Jahren“, sagte Buxton als WM-Analyst im Podcast „Up to Speed“.
Die Führungsfrage wurde Ende März noch schärfer, als Jonathan Wheatley Audi laut MARCA MOTOR mit sofortiger Wirkung verließ. Rund um seinen Abgang kamen Gerüchte auf, er könne neuer Teamdirektor bei Aston Martin werden. Das Team wies das laut MARCA MOTOR öffentlich als „Spekulationen“ zurück. Gleichzeitig gilt laut MARCA MOTOR weiter als möglich, dass Wheatley später übernimmt und Newey dann wieder „ausschließlich technisch“ arbeitet, so wie er es bevorzuge.
Günther Steiner, ehemaliger Haas-Teamchef, hält die aktuelle Konstruktion für einen Fehler. „Ich glaube, wenn du Adrian jetzt fragst, würde er sagen: ‚Ich weiß nicht, warum ich das gemacht habe oder warum ich dem zugestimmt habe‘“, sagte Steiner als ehemaliger Haas-Teamchef im Podcast „Drive to Wynn“. Er sagte dort auch, Newey sei „offensichtlich“ nicht in seiner stärksten Rolle. Steiner argumentierte, Aston Martin hätte Newey beim Entwickeln lassen sollen: „Er ist sehr gut in dem, was er tut, nämlich Autos zu designen“, sagte Steiner als ehemaliger Haas-Teamchef im Podcast „Drive to Wynn“. Sein Fazit fiel klar aus: Menschen müssten in Rollen arbeiten, in denen sie ihre Stärken ausspielen können, statt „überfördert“ zu werden, sagte Steiner als ehemaliger Haas-Teamchef im Podcast „Drive to Wynn“.
Die Resultate geben dieser Kritik gerade Nahrung. Laut den vorliegenden Berichten kam Alonso in Japan nicht über Platz 18 hinaus. Alonso und Stroll fielen demnach wegen Problemen mit dem AMR26 fünfmal aus. Aston Martin liegt nach diesen Angaben am Ende der Konstrukteurswertung. Gerade deshalb fällt die Diskrepanz so stark auf: viel Investition, neue Infrastruktur, bekannte Namen, aber bisher kein sportlicher Ertrag.