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Aston Martin findet Tempo ohne sichtbares Upgrade

Aston Martin hat beim Kanada-Grand-Prix die bislang deutlichsten Fortschritte der Saison gezeigt, obwohl die FIA-Unterlagen keine größeren Änderungen am AMR26 auswiesen. Der Schritt nach vorn kam damit nicht über neue, klar erkennbare Teile, sondern über die Aufarbeitung grundlegender Probleme bei Fahrbarkeit, Abstimmung und Antriebspaket.

Genau dort lag zuvor das Kernproblem des Autos. Der AMR26 litt zu Saisonbeginn unter starken Vibrationen, die erst behoben werden mussten, bevor das Team das vorhandene Paket überhaupt besser nutzen konnte. Das Auto mag auf dem Papier weitgehend unverändert sein, in der Praxis ist sein Entwicklungsstand aber ein anderer als noch beim Saisonauftakt in Australien.

Fernando Alonso, Aston-Martin-Pilot nach dem Kanada-Grand-Prix, beschrieb den Unterschied auf der Strecke am klarsten: „Wir waren schneller als zuvor. Ich war mehr mit dem Auto verbunden. Bei Setup, Balance, Motor, Energieverteilung und Getriebe hat sich alles verbessert.“ In Montreal habe sich das Team zudem „mit demselben Paket schneller angefühlt als in Miami“, womit Alonso den Fortschritt direkt auf Verfeinerung statt auf neue Teile zurückführte.

Auch auf Honda-Seite gab es positive Signale. Shintaro Orihara, Streckenverantwortlicher von Honda Racing Corporation, sagte über das Kanada-Wochenende: „In Kanada gab es keine größeren Probleme, und aus Sicht der Power Unit verlief alles reibungslos. Wir haben positive Anzeichen bestätigt und konnten einige Faktoren überprüfen, die auch in Monaco wichtig sein werden.“ Während Honda auf eine zusätzliche Entwicklungsmöglichkeit wartet, arbeitet man laut den vorliegenden Informationen weiter an Energieeinsatz und Fahrbarkeit.

Der Aufschwung bleibt allerdings relativ. Aston Martin ist nach den ersten fünf Rennen weiter punktlos, Stroll kam bei seinem Heimrennen in Montreal nur auf Platz 15, und Alonso schied nach einer starken Anfangsphase auf Runde 23 wegen eines Problems mit seinem Sitz aus. Dabei war der Spanier von Startplatz 19 nach vorn gekommen und hatte zeitweise in der Nähe der Top 10 gekämpft.

Gerade deshalb ist Monaco nun der entscheidende Prüfstein. Auf dem langsamen Stadtkurs spielt die Motorleistung eine kleinere Rolle, dafür wird sichtbarer, ob Aston Martin mit besserer Balance, weniger Vibrationen und saubererem Energieeinsatz tatsächlich ein stabileres Arbeitsfenster gefunden hat.

Alonso verwies bereits darauf, dass Monaco als „sehr langsame“ Strecke zusätzliche Hoffnung geben könnte. Der größere Leistungssprung soll aber erst später kommen. Lance Stroll sagte, ein umfangreicheres Chassis-Update sei für Spa-Francorchamps „oder das folgende Rennen“ geplant. Er dämpfte zugleich die Erwartungen und machte den Bedarf klar: „Wir brauchen mehr Abtrieb und mehr Leistung.“ Damit wird Monaco zum Maßstab, ob Aston Martins Optimierung nur ein kleiner Ausreißer war oder die Grundlage für das wichtigere Sommerpaket bildet.