Martin Brundle zeichnet für Aston Martin, Honda und Fernando Alonso ein hartes Bild: Nach drei Rennwochenenden der Formel-1-Saison 2026 sieht der Sky-Experte das Team in Suzuka und darüber hinaus praktisch ohne echte Aussicht auf eine schnelle Wende. Sein klarster Satz in der Sky Sports F1 Show war dieser: „Bis 2027 wird sich nichts verbessern. Es ist ein Albtraum, und wir werden dieses Elend einfach mit ansehen müssen.“
Brundle, Ex-Formel-1-Fahrer und Sky-Experte, bezog sich in der Sky Sports F1 Show auf einen Saisonstart, nach dem Aston Martin auf Platz elf und damit am Ende der Konstrukteurswertung liegt. Er sagte in der Sendung: „Es ist ein Albtraum, wie man es auch dreht und wendet. Ihnen fehlt es sowohl an Geschwindigkeit als auch an Zuverlässigkeit.“ Dazu komme laut Brundle, dass der aktuelle Formel-1-Kalender kaum Luft lasse und die Budgetobergrenze große Richtungswechsel mitten in der Saison erschwere.
Wie tief das Team steckt, zeigte für Brundle vor allem Suzuka. Beim Japan-Grand-Prix brachte Aston Martin laut seiner Einordnung zum ersten Mal überhaupt in diesem Jahr ein Auto über eine Grand-Prix-Distanz. Alonso, der zweimalige Weltmeister, kam eine Runde zurück auf Platz 18 ins Ziel. Lance Stroll schied nach 30 Runden mit einem Wasserdruckproblem aus. Zuvor hatten sich beide teamintern bekämpft, wobei Stroll diesen Zweikampf laut Zusammenfassung als „unsere eigene Aston-Martin-Meisterschaft“ beschrieben hatte.
Auch auf eine Runde war der Rückstand massiv. In Suzuka belegten Alonso und Stroll im Qualifying die letzten beiden Plätze. Alonso lag knapp 3,9 Sekunden hinter der Pole-Zeit von Mercedes-Fahrer Kimi Antonelli, Stroll mehr als 4,1 Sekunden. Brundle sagte in der Sky Sports F1 Show, Aston Martin verliere „manchmal drei, vier Sekunden pro Runde“ und sei damit „fast wie in einer anderen Kategorie“ als die Spitze unterwegs. Laut Brundle ist so ein Rückstand grundsätzlich aufholbar, in dieser Saison aber nicht schnell zu schließen.
Brundle machte dabei nicht nur das Chassis zum Thema. Er nannte in der Sky Sports F1 Show auch Honda als Teil des Problems und sagte: „Bei Honda müssen sie die richtigen Leute holen und den richtigen Kurs einschlagen.“ Seine Prognose blieb trotzdem düster: Echte Fortschritte erwartet er frühestens 2027.
Sky-Sports-F1-Kommentator David Croft beschrieb in derselben Sendung ebenfalls ein langes Reparaturprogramm. Er sagte in der Sky Sports F1 Show, ein B-Spec-Auto könnte eher erst beim Belgien-Grand-Prix in Spa im Juli kommen und nicht schon in Silverstone. Croft erklärte: „Sie werden die ganze Saison zu kämpfen haben, bis das Chassis die Power Unit aufnehmen kann und die Power Unit aufhört, so stark zu vibrieren.“ Selbst Punkte hält er derzeit für kaum realistisch. Croft sagte in der Sky Sports F1 Show: „Kann ich mir vorstellen, dass sie einen Punkt holen? Nicht, wenn nicht gerade zwölf andere Autos ausfallen.“