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Antonelli holt Monaco-Pole im Strategie-Krimi

Kimi Antonelli hat sich in Monaco die Poleposition gesichert und damit auf einer Strecke den vielleicht wichtigsten Vorteil des Wochenendes erobert. Der Mercedes-Pilot fuhr in Q3 eine 1:12,051 und schlug Max Verstappen im Red Bull um nur 0,043 Sekunden, während Lewis Hamilton mit 1:12,279 Dritter wurde.

Für Antonelli war es die vierte Pole seiner Karriere, und sie kam in einer Qualifikation zustande, die bis in die letzten Momente offen blieb. Gerade in Monte Carlo kann ein so kleiner Vorsprung besonders viel wert sein, weil die Startposition dort oft schwerer wiegt als reine Rennpace.

Dario Marrafuschi, in einem technischen Kommentar für das Rennwochenende, brachte genau das auf den Punkt: „Es gibt kein anderes Rennwochenende, an dem der Samstag so wichtig ist wie der Grand Prix selbst.“ In Monaco, sagte er, bestimme die Position aus dem Qualifying „oft das Endergebnis am Sonntag, weil Überholen extrem schwierig ist“.

Dazu kommt, dass Pirellis Reifenbild eher Stabilität als große Strategieumschwünge erwarten lässt. Der Hersteller brachte für Monaco Mischungen mit, die im Vergleich zum Vorjahr eine Stufe härter sind, obwohl es weiterhin die drei weichsten Pneus im Sortiment sind. Der experimentelle C6 aus 2025 wurde wieder verworfen, sodass der C5, im vergangenen Jahr noch der Medium, nun der Soft ist.

Trotz dieser härteren Auswahl fiel das erste Feedback positiv aus. Pirelli sah über Nacht kein Graining-Problem auf dem Soft, was den Fahrern half, im Qualifying mehrere schnelle Runden auf einem Satz in Betracht zu ziehen. Das passte zu einer Session, in der die Entscheidung erst ganz am Ende fiel und jede Feinheit bei Vorbereitung und Reifenfenster zählte.

Für das Rennen deutet Pirellis Analyse darauf hin, dass Antonellis Pole zusätzlich an Bedeutung gewinnt. Simone Berra, Pirelli-Chefingenieur, erwartet eher einen Overcut als einen klassischen Undercut, weil die diesjährigen Reifen sehr konstant arbeiten und länger brauchen, um ihr maximales Gripniveau zu erreichen. Nach seiner Einschätzung kann ein früher Boxenstopp deshalb sogar zum Nachteil werden, wenn ein Fahrer auf kalten Reifen nicht sofort attackieren kann.

Berra bezifferte den Zeitverlust eines Stopps bei grüner Flagge auf rund 23 Sekunden. Unter Safety Car oder Virtual Safety Car kann sich dieser Verlust aber in etwa halbieren, was späte Neutralisationen zu einem entscheidenden Faktor machen könnte. Ohne solche Eingriffe spricht für ihn dennoch vieles für ein Rennen mit nur einem Stopp.

Auch bei der Startreifenfrage sieht Pirelli einen klaren Favoriten. Berra hält den Soft für die beste Wahl am Start, weil er „sehr konstant ist, sich besser aufwärmt und mehr Grip bietet“, gerade auf dem kurzen Sprint zur ersten Kurve. Zugleich schätzt er, dass der Soft 70 bis 80 Prozent der Renndistanz abdecken kann, während Medium und Hard die gesamte Distanz ohne große Sorge schaffen sollten.

Damit läuft in Monaco vieles auf das hinaus, was Antonelli am Samstag bereits geschafft hat: vorne zu stehen und die Kontrolle über das Rennen zu behalten. Wenn die Reifen kaum einbrechen und der Overcut mehr verspricht als der Undercut, wird der Polesetter in Monte Carlo noch schwerer unter Druck zu setzen sein.