© Jonathan Borba

Alpine holt FIA-Aerochef Somerville

Alpine steht laut RacingNews365 vor der Verpflichtung von Jason Somerville und will den bisherigen Aerodynamikchef der FIA in einer prominenten Rolle in das technische Management holen. Der Schritt wäre für das Team aus Enstone mehr als nur eine Personalie, denn Somerville war in den vergangenen Jahren eng an den aktuellen Aerodynamikregeln der Formel 1 beteiligt und würde nun ausgerechnet in einer Phase des sportlichen Wiederaufbaus zu Alpine wechseln.

Dem Bericht zufolge soll die offizielle Bekanntgabe zeitnah erfolgen, möglicherweise noch in dieser Woche. Somervilles Abschied von der FIA ist bereits vollzogen: Der 14. Mai war laut seinem LinkedIn-Profil sein letzter Arbeitstag beim Weltverband.

Dort bestätigte er seinen Abgang selbst. Jason Somerville schrieb auf LinkedIn: „Heute ist mein letzter Tag bei der FIA.“ Er ergänzte: „Ein riesiges Dankeschön an meine FIA-Kollegen, unsere technischen Partner und die Vertreter bei der FOM und den F1-Teams, die die letzten vier Jahre so faszinierend, angenehm und herausfordernd gemacht haben. Das nächste Kapitel beginnt morgen...“

Gerade dieser Wechsel macht die Personalie für Alpine besonders interessant. Somerville verbrachte die vergangenen vier Jahre als Leiter der Aerodynamik bei der FIA. Nach Angaben von RacingNews365 gehörte er zu den wichtigsten Architekten der Aerodynamikregeln für Ground-Effect-Autos und spielte eine wichtige Rolle bei der Ausgestaltung des aktuellen Formel-1-Reglements. Alpine würde damit nicht nur erfahrenes Personal gewinnen, sondern einen Ingenieur, der die Grundlagen der heutigen Fahrzeuggeneration aus regulatorischer Sicht entscheidend mitgeprägt hat.

Seine Laufbahn bringt zudem umfangreiche Erfahrung auf Teamseite mit. Bevor er im Februar 2022 zur FIA wechselte, war Somerville fast fünf Jahre in der Formel 1 in derselben Aerodynamik-Funktion tätig. Sein letzter Job bei einem Rennstall war Williams, wo er laut RacingNews365 bis 2017 fast sechs Jahre lang als Aerodynamikchef arbeitete. Davor war er bereits bei Lotus und Toyota in der Formel 1 beschäftigt.

Für Alpine passt die Verpflichtung in eine Phase, in der das Team seine Struktur und seine Perspektive für das neue Reglement schärft. RacingNews365 stellt den bevorstehenden Wechsel in den Zusammenhang mit Alpines früher Entscheidung, den Fokus bereits im vergangenen Jahr auf das 2026er-Auto zu verlagern. Dieser Ansatz scheint sich sportlich bereits auszuzahlen.

Denn nach nur vier Rennen der laufenden Saison hat Alpine den gesamten Punkteertrag aus 2025 bereits übertroffen. Wenn das Team nun tatsächlich auch noch einen der prägenden Köpfe hinter den aktuellen Ground-Effect-Regeln in seine technische Führung holt, würde das den Anspruch unterstreichen, den Aufschwung nicht als kurzfristigen Trend zu behandeln, sondern als Grundlage für den nächsten Entwicklungsschritt Richtung 2026.