Fernando Alonso hat vor dem Grand Prix von Großbritannien die chaotische LEGO-Fahrerparade in Silverstone gewonnen, bei der alle 22 Formel-1-Fahrer in individuellen Mini-Autos aus jeweils 28.000 LEGO-Steinen eine Runde mit mehreren Ausflügen ins Kiesbett absolvierten.
Die Promotion-Aktion wurde damit erneut zum Spektakel, diesmal aber mit einem eigenen Fahrzeug für jeden Fahrer statt der geteilten Autos aus Miami 2025. Die kleinen Nachbildungen der aktuellen Formel-1-Autos fuhren in den jeweiligen Teamfarben und erreichten etwa 25 km/h, was auf der langen Silverstone-Runde schnell zu improvisierten Einlagen führte.
Vor allem der Kontrast zu den Aussagen einiger Fahrer machte den Auftritt bemerkenswert. Max Verstappen hatte seine Kritik schon am Donnerstag deutlich formuliert und gesagt, man solle nicht aussehen „wie Kinder und Clowns, die versuchen, ineinander zu fahren“. Lewis Hamilton hatte die Aktion zuvor als „den gefährlichsten Teil des Wochenendes“ bezeichnet und offengelassen, ob er überhaupt teilnehmen würde. Am Sonntag saßen dann beide dennoch in ihren LEGO-Autos und fuhren mit dem restlichen Feld los.
Auf der Strecke kippte die harmlose Parade rasch in kontrolliertes Chaos. Mehrere Fahrer versuchten, in den langsamen Fahrzeugen Kurven abzukürzen, strandeten dabei aber im Kies von Silverstone. Streckenposten mussten mehrfach eingreifen, um die Autos wieder flottzumachen. Auch FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem blieb dabei stecken. Carlos Sainz kam ebenfalls nicht durch und setzte seine Runde zeitweise auf Lando Norris’ Fahrzeug fort.
Während einige Fahrer die Aktion eher pflichtbewusst abspulten, wirkte Alonso einer derjenigen, die den Moment am meisten auskosteten. Berichten zufolge lieferte er sich an der Spitze ein Duell mit Valtteri Bottas, ehe er als Erster die Ziellinie überquerte. Esteban Ocon komplettierte die inoffizielle Top drei.
Dass ausgerechnet Alonso diese Vorführung gewann, verlieh der Szene eine zusätzliche Ironie. Für Aston Martin und den Spanier bot die Runde im LEGO-Auto einen seltenen Erfolgsmoment in einer bislang schwierigen Saison. Zum Zeitpunkt eines Berichts lag Alonso nur auf Rang 18 der Fahrerwertung, sodass der Sieg in der Vorstart-Show zwar sportlich nichts änderte, aber zumindest den sichtbarsten Lichtblick des Wochenendes vor dem eigentlichen Rennen lieferte.
Auch Formel-1-CEO Stefano Domenicali und Ben Sulayem waren Teil der Aktion, die nach dem Erfolg der LEGO-Parade in Miami fortgesetzt wurde. In Silverstone rückte die Idee aber noch stärker in den Vordergrund, weil jeder Fahrer sein eigenes Auto bekam. Genau das machte die Runde unübersichtlicher, wettbewerbsnäher und letztlich auch unterhaltsamer als die skeptischen Stimmen im Vorfeld vermuten ließen.
© Jonathan Borba