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Vowles lobt Sainz und Albon für Williams-Kultur

Williams-Teamchef James Vowles sieht in Carlos Sainz und Alexander Albon einen Schlüsselfaktor für den Wiederaufbau des Teams, weil beide aus seiner Sicht den gemeinsamen Erfolg über persönliche Interessen stellen.

Im Interview mit Frankie Langan bezeichnete Vowles seine Fahrerpaarung als außergewöhnlich wertvoll. „Es sind zwei brillante Fahrer. Ich schätze mich aus dieser Perspektive wirklich sehr glücklich. Keine Politik, kein Ego. Sie hätten jedes Recht auf ein Ego, aber sie haben keines“, sagte der Brite. Entscheidend sei für ihn, dass beide nicht nur Leistung im Auto ablieferten, sondern sich voll in das Projekt einbrächten. „Sie geben wirklich alles und wollen genau wie ich, dass Williams erfolgreich ist. Ihr Engagement geht daher weit über das reine Autofahren hinaus.“

Diese Haltung ist für Vowles besonders wichtig, weil Williams seit seinem Amtsantritt 2023 an einem langfristigen Neuaufbau arbeitet. Albon war bereits Teil des Teams, Sainz kam für die Saison 2025 dazu. Vowles wollte damit nicht nur ein starkes Fahrerduo aufstellen, sondern eines, das sich gegenseitig und das gesamte Team nach vorn bringt, statt interne Reibung zu erzeugen.

Sportlich sieht Vowles bei beiden klar unterschiedliche Stärken. Über Sainz sagte er: „Seine Kommunikation mit den Ingenieuren ist die beste, mit der ich je gearbeitet habe.“ Der Spanier könne präzise beschreiben, was er im Auto spüre, und dieses Feedback direkt mit den Daten verknüpfen. Albon lobte Vowles für eine andere Qualität. Besonders unter wechselnden Bedingungen habe er die natürliche Fähigkeit, „das Maximum aus sich und auch aus anderen herauszuholen“, wie man in Melbourne und bei anderen Gelegenheiten gesehen habe.

Noch wichtiger als diese fahrerischen Unterschiede ist für Vowles aber die Mentalität. „Was ich über Carlos und Alex sagen würde, ist, dass sie darüber hinaus kein ,Gepäck‘ mit sich herumtragen. Sie wollen einfach, dass das Team stark ist“, sagte er. Genau das unterscheide die beiden in einer Phase, in der Williams Stabilität und klare gemeinsame Richtung brauche.

Sein stärkstes Beispiel dafür lieferte Vowles mit einer Szene von einem Wochenende, an dem Albon krank war und selbst keinen guten Tag hatte. Trotzdem stand er neben Vowles am Podium, als Sainz dort oben gefeiert wurde. „Ich kenne keinen anderen Fahrer im Feld, der das tun würde“, sagte Vowles. Für ihn zeigt gerade dieser Moment, warum Albon und Sainz für Williams mehr sind als nur eine schnelle Besetzung im Cockpit: Sie verkörpern die Teamkultur, auf der der Neuaufbau des Traditionsteams beruhen soll.