Max Verstappen reist trotz seiner Siegesserie in Kanada als Außenseiter nach Montreal, weil Red Bulls schwierige erste Saison mit dem eigenen Ford-Power-Unit-Paket ausgerechnet auf einer der motorensensibelsten Strecken im Kalender besonders hart offengelegt werden könnte.
Dabei war der Circuit Gilles Villeneuve zuletzt fast schon Verstappen-Territorium. Er gewann den Kanada-Grand-Prix 2022, 2023 und 2024 und ist damit neben Lewis Hamilton und Michael Schumacher einer von nur drei Fahrern mit drei Siegen in Folge in Montreal. Vor seinem Durchbruch 2022 hatte er dort zwar über Jahre kein Rennen gewonnen, obwohl es immer wieder schnelle Wochenenden und viel Potenzial gab.
Seine jüngsten Erfolge in Kanada waren dabei sehr unterschiedlich, was seine Stärke auf der Strecke noch unterstreicht. 2023 dominierte er das Rennen komplett und führte alle 70 Runden an. 2024 behielt er in einem chaotischen Rennen mit wechselnden nassen und trockenen Bedingungen die Übersicht, in einer Vorstellung, die in der Quelle als eine seiner besten Leistungen in Montreal beschrieben wird.
Genau deshalb fällt der Kontrast zu 2026 so deutlich aus. Das Problem ist nicht nur eine frühere Eigenheit, dass Montreal mit seinen langen Geraden und harten Bremspunkten traditionell weniger gut zu Red Bulls älteren, stark auf schnelle Kurven ausgelegten Konzepten passte. Diesmal geht es um eine grundsätzlichere Schwäche. Red Bulls erste Saison als eigener Power-Unit-Hersteller mit Ford verläuft laut Quelle schwierig, der RB22 kämpft seit Saisonbeginn, und das beste Ergebnis der ersten Rennen ist lediglich ein fünfter Platz in Miami.
In Montreal wiegt das besonders schwer, weil die neuen Regeln 2026 den Energieeinsatz stark aufwerten. Laut Quelle machen die neuen Straight-Mode-Aerodynamiken die lange Gegengerade noch entscheidender, sodass Motorleistung und Energiebereitstellung am Circuit Gilles Villeneuve zu Schlüsselfaktoren werden. Auf einer Strecke, die ohnehin Leistung und Effizienz beim Bremsen stärker belohnt als reine aerodynamische Haftung, trifft Red Bull damit einen wunden Punkt.
Das verschiebt die Kräfteverhältnisse vor dem Wochenende deutlich in Richtung Mercedes. George Russell gewann den Kanada-Grand-Prix 2025, Kimi Antonelli führt die WM 2026 mit klarem Vorsprung an, und Mercedes gilt in dieser Saison als Maßstab. Dass Montreal mit seinen langen Geraden und starken Verzögerungszonen dem Paket ebenfalls liegen sollte, verschärft Verstappens Aufgabe zusätzlich.
Seine Chance könnte deshalb eher über ungewöhnliche Bedingungen kommen. Verstappen hat in Montreal schon Rennen gewonnen, in denen nicht alles nach Plan lief, und seine Klasse bei wechselhaftem Wetter ist längst bekannt. Doch selbst auf einer seiner besten Strecken steht diesmal die größere Frage im Raum, ob sein fahrerisches Niveau einen Power-Unit-Nachteil ausgleichen kann, den Kanada besonders gnadenlos sichtbar macht. Deshalb wirkt Montreal 2026 für ihn wie die bisher größte Herausforderung der Saison.
© Spencer