Nach Charles Leclercs Sieg beim Grand Prix von Großbritannien in Silverstone hat ausgerechnet Mercedes-Teamchef Toto Wolff Ferrari als ernsten Gegner für den Rest der Saison ausgerufen, während Fred Vasseur jede Titelkampf-Erzählung für die Scuderia sofort zurückwies.
Wolff sah in Silverstone bestätigt, dass Ferrari seit dem großen Upgrade in Barcelona deutlich näher an Mercedes herangerückt ist. Mercedes hatte die ersten sechs Rennen unter dem neuen 2026er-Reglement gewonnen, doch nach Leclercs Erfolg und George Russells zweitem Platz sprach der Mercedes-Teamchef nicht von Entwarnung, sondern von einer veränderten Lage an der Spitze.
Toto Wolff, Mercedes-Teamchef, sagte nach dem Rennen: „Wir müssen auf uns selbst schauen. Vor dem Wochenende haben sie gesagt, dass ihnen auf dieser Strecke Energie fehlen wird. Das war aber nicht der Fall. Sie waren ein starker Konkurrent und genau das ist jetzt für den Rest der Saison zu erwarten.”
Vasseur wollte aus diesem Formanstieg dennoch kein Meisterschaftsthema machen. Der Ferrari-Teamchef verwies darauf, dass Ferrari in der Konstrukteurswertung weiterhin 78 Punkte hinter Mercedes liegt und noch immer die nötige Konstanz sucht. Als Gegenbeispiel nannte er Österreich, wo Leclerc und Lewis Hamilton nach einem starken Qualifying im Rennen nur auf die Plätze acht und fünf zurückfielen.
Frederic Vasseur, Ferrari-Teamchef, sagte nach dem Silverstone-Wochenende zu Medienvertretern: „Der Kampf um die Meisterschaft sind eure Worte. Nach Barcelona hieß es, Ferrari ist wieder im Titelrennen. Ich habe 'Nein' gesagt. Eine Woche später habt ihr gesagt, Ferrari ist nirgendwo. Ich habe wieder 'Nein' gesagt. Und wir standen in der ersten Startreihe.”
Damit setzte Vasseur bewusst einen anderen Akzent als Wolff. Während Mercedes in Ferrari schon den Gegner für die zweite Saisonhälfte sieht, will Ferrari intern jede Überhöhung vermeiden und den Silverstone-Sieg nicht als Wendepunkt verkaufen.
Seine Botschaft an das Werk sei eindeutig, sagte Vasseur: „Leute, wir hatten ein gutes Wochenende. Jetzt konzentrieren wir uns auf Spa.” Zugleich blieb er bei seiner Einschätzung, dass Mercedes trotz Ferraris Fortschritten insgesamt noch vorn liege. „Ich denke, Mercedes, ehrlich gesagt, hat bei der reinen Performance noch einen kleinen Vorteil“, sagte er. Über die „sechs, sieben Sessions“ in Silverstone seien die Silbernen „wahrscheinlich fünfmal“ vorne gewesen.
Für Ferrari macht genau diese Mischung die Lage vor Spa aus: mehr Nähe zu Mercedes als noch zu Saisonbeginn, aber aus Vasseurs Sicht noch kein belastbarer Beweis dafür, dass aus dem Aufholer schon ein echter Titelkandidat geworden ist.
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