Silverstone hat der Formel 1 angeboten, 2026 kurzfristig ein zusätzliches Rennen auszurichten, nachdem die Grands Prix von Bahrain und Saudi-Arabien wegen der Spannungen im Nahen Osten abgesagt wurden.
Damit ist im Kalender eine größere Lücke entstanden. Nach den beiden Streichungen ist der vorläufige Saisonplan auf 22 Grands Prix geschrumpft. Die Saison wird an diesem Wochenende in Miami fortgesetzt, einen offiziellen Ersatz für die ausgefallenen Rennen hat die Formel 1 bislang aber nicht benannt.
Stuart Pringle, Geschäftsführer von Silverstone, sagte Sky Sports, er habe bereits ein konkretes Angebot eingereicht. Silverstone sei bereit, neben dem traditionellen Grand Prix von Großbritannien auch ein weiteres Formel-1-Wochenende zu übernehmen, falls die Serie eine schnelle Lösung brauche. Pringle verwies dabei auf die Pandemiezeit: Man sei schon während Covid eingesprungen und habe der Formel 1 damals helfen können. Wenn das noch einmal helfe, werde man das natürlich tun.
Für Silverstone wäre ein solches Szenario nicht neu. 2020 richtete die Strecke zwei aufeinanderfolgende Rennen aus, den Großbritannien-Grand-Prix und den Grand Prix zum 70-jährigen Jubiläum. Pringle sagte, es gebe zwar zahlreiche praktische Zwänge, die berücksichtigt werden müssten. Das Angebot liege aber auf dem Tisch, die Formel 1 wisse, dass Silverstone da sei und schnell handeln könne.
Dass der Kurs ohnehin einen vollen Veranstaltungskalender hat, sieht Pringle nicht als Ausschlusskriterium. Er sagte, er sei stolz darauf, keine freien Zeitfenster zu haben, aber in einer Krise lasse sich alles verschieben.
Die Formel 1 selbst hält sich mit einer Entscheidung zurück. Liam Parker, F1-Direktor für institutionelle Beziehungen, verwies auf die unsichere geopolitische Lage und sagte, jeder könne in den Nachrichten sehen, wie dynamisch die Situation sei. Niemand wisse, was morgen passieren werde, geschweige denn im September oder Oktober. Parker betonte auch, dass bis zu den späteren Terminen der Formel 1 in der Region noch viel Zeit bleibe.
Damit bleibt Silverstone vorerst eine einsatzbereite Ausweichoption und die Formel 1 kann abwarten, ob sie den geschrumpften Kalender mit einem zusätzlichen Rennen in Großbritannien tatsächlich auffüllen muss.
© Spencer