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Sainz erklärt Hamiltons Ferrari-Aufschwung

Lewis Hamiltons erster Ferrari-Sieg in Barcelona und sein Sprung auf Rang zwei der Formel-1-WM 2026 sind nach Ansicht von Carlos Sainz nicht nur das Ergebnis einer persönlichen Wende, sondern auch der neuen Regeln, die ihm endlich ein besser zu seinem Fahrstil passendes Auto gegeben haben.

Hamilton gewann in Barcelona anderthalb Jahre nach seinem Einstieg bei Ferrari zum ersten Mal für die Scuderia. Zuvor war er 2026 bereits in Kanada und Monaco Zweiter geworden. Nach dem Sieg in Spanien liegt er in der Gesamtwertung auf Platz zwei hinter Kimi Antonelli.

Carlos Sainz, Ex-Ferrari-Pilot, sagte nach dem Rennen in Barcelona der spanischen Presse, Hamilton verdiene "viel Anerkennung dafür, wie er die Situation vom vergangenen Jahr zu diesem Jahr ins Positive gedreht hat". Zugleich schob er nach, dass Hamilton "auch von der Regeländerung profitiert hat, denn wenn er noch drei Jahre mit dem Auto vom vergangenen Jahr hätte fahren müssen, würden wir vielleicht nicht den Lewis sehen, den wir in dieser Saison sehen".

Sainz erklärte den Aufschwung mit einem grundsätzlichen Punkt über Fahrstil und Fahrzeugcharakteristik. "Ich glaube, wir alle verfügen über ein sehr hohes Maß an Talent, aber mit unterschiedlichen Fahreigenschaften. Manche Autos liegen uns, andere nicht", sagte er. Für Sainz kann genau das die Wahrnehmung eines Fahrers komplett verändern: "Dann wechselst du zu einem Team, bei dem das Auto perfekt zu deinem Fahrstil passt, und plötzlich wirkst du wie ein Gott. Dieser Sport ist viel komplizierter, als die Leute denken."

Um das einzuordnen, verwies Sainz auf seine eigene Ferrari-Erfahrung nach dem großen Reglementwechsel 2022. Ferrari habe damals zu Saisonbeginn eines der schnellsten Autos gehabt, Charles Leclerc gewann zwei der ersten drei Rennen und kämpfte lange um den Titel, während er selbst mit einem Auto rang, das seinem natürlichen Stil nicht lag. Erst nach einer Anpassung seien seine Leistungen 2023 und 2024 deutlich besser geworden. Sainz formulierte es so: "Die wahre Stärke eines Fahrers besteht darin, sich anpassen zu können und jeden Formel-1-Wagen, den man bekommt, bis an seine Grenzen zu fahren."

Dass die aktuellen Autos Hamilton stärker entgegenkommen, passt auch zu dem, was der Brite selbst über Jahre erkennen ließ. Zwischen 2022 und 2025 hatte er mehrfach deutlich gemacht, dass ihm die Ground-Effect-Generation nicht lag. Ralf Schumacher stützte Sainz' Sicht im Sky-Podcast Backstage Boxengasse und sagte, die 2026er-Autos lägen wieder näher an dem, was Hamilton aus früheren Phasen seiner Karriere kenne. Nach Schumachers Einschätzung ist der Unterboden nicht mehr so dominant, die Autos reagieren weniger empfindlich, wenn später eingelenkt, hart gebremst oder über Kerbs gefahren wird. Genau das komme Hamiltons Spätbremser-Stil entgegen.

Damit wird Hamiltons Sieg in Barcelona auch zu einem Fingerzeig für den weiteren Saisonverlauf: Nicht nur Hamilton hat seine Ferrari-Zeit gedreht, Ferrari scheint ihm unter dem neuen Reglement nun auch das technische Paket gegeben zu haben, mit dem er im Titelkampf bleiben kann.