Rosberg stellt sich hinter F1-2026: Antonelli liefert

Ein 19-Jähriger führt nach drei Rennen die WM. Kimi Antonelli hat für Mercedes in China und in Suzuka gewonnen, und genau diese On-Track-Action nimmt Nico Rosberg als Beleg, dass die Debatte um die neue 2026-Formel-1 zweitrangig ist. Ferrari und McLaren mischten auf den Strecken in Australien, China und Japan mit, das Duelltempo stimmte.

Rosberg verteidigte die Richtung im Gespräch mit Bloomberg. Er verwies auf den Technologieanspruch der Serie und die neue Antriebsformel. "Die Formel 1 verfolgt die für die Gesellschaft relevanteste Technologie, daher ist dieses Triebwerk wohl eines der effizientesten der Welt: 50:50, 50 Prozent Batterieleistung, das ist viel; und wie ihr wisst, sind die Kraftstoffe CO2-neutral, Biokraftstoffe, synthetische Kraftstoffe, eine Mischung daraus", sagte Nico Rosberg, F1-Weltmeister 2016, im Interview mit Bloomberg.

Die 2026-Regeln bringen laut Berichten einen nahezu 50:50-Split aus Verbrennungs- und Elektroleistung, kleinere und leichtere Autos, aktive Aerodynamik, einen Overtake-Mode und einen Boost-Knopf. Energiemanagement steht im Mittelpunkt, selbst im Qualifying mit nur einer fliegenden Runde. Fahrer gewinnen Energie auf den Geraden und durch Kurven, die früher voll am Gas waren. Es gibt sogar "Super-Clipping", bei dem unter Volllast Leistung vom Verbrenner zur Batterie abgezweigt wird. Viele Fahrer sehen das kritisch, besonders im Zeittraining, so die Berichte aus dem Fahrerlager.

Rosberg räumte ein, wo das fürs Auge hakt, blieb aber gelassen. "Es gibt im Moment viel Kritik, denn man sieht, wie sie auf der Geraden durch eine Vollgasbiegung fahren und danach noch auf der Geraden zurückschalten müssen, weil die Batterieleistung ausgeht. Aus Zuschauersicht ist das ein bisschen unangenehm, wenn ein Formel-1-Auto eigentlich voll laufen soll", sagte Rosberg, 2016-Weltmeister, im Bloomberg-Interview. "Nichtsdestotrotz bin ich da entspannter, solange es großartige Duelle innerhalb der Teams und zwischen den Teams gibt."

Genau diese Duelle lieferte die Serie zu Saisonbeginn. In Australien, China und Japan gab es jeweils mehrere Führungswechsel, in Melbourne sogar neun Überholvorgänge in den ersten 15 Runden, wie aus den Rennberichten hervorgeht. Mercedes gewann alle drei Grands Prix, die ersten beiden als Doppelsiege. Ferrari setzte die Angriffe, McLaren hielt in Japan mit. In der Konstrukteurswertung liegt Mercedes mit 135 Punkten vorn, Ferrari folgt 45 Zähler dahinter, McLaren ist Dritter.

Vorne in der Fahrer-WM steht Antonelli. Nach den Siegen in China und Japan führt der 19-Jährige neun Punkte vor George Russell, er ist damit der jüngste WM-Spitzenreiter. Die Skepsis zu Saisonbeginn konterte Toto Wolff über den Funk, als Antonelli in China zum ersten Mal gewann: "Er ist zu jung. Wir sollten ihn nicht in einen Mercedes setzen. Setzt ihn in ein kleineres Team. Er braucht die Erfahrung. Schaut euch die Fehler an, die er macht … Hier sind wir, Kimi. Sieg.", sagte Toto Wolff, Mercedes-Teamchef, über den Boxenfunk beim China-GP.