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Ricciardo: Leben nach F1 fühlt sich echter an

Daniel Ricciardo sagt, sein Leben nach dem Aus in der Formel 1 fühle sich inzwischen „ein bisschen echter“ an, weil der hektische Rhythmus des Grand-Prix-Kalenders endlich Platz für echte Zeit zu Hause in Australien geschaffen habe.

Der achtmalige Grand-Prix-Sieger sprach im Speed-Street-Podcast mit Conor Daly über die Umstellung nach dem Ende seiner F1-Karriere, die nach dem Grand Prix von Singapur 2024 kam, als Racing Bulls ihn durch Liam Lawson ersetzte. Nach 13 Saisons im Fahrerlager beschreibt Ricciardo den Abstand zur Serie vor allem als Befreiung von einem Alltag, der lange normal wirkte, es rückblickend für ihn aber nicht war.

„Ich genieße einfach das langsamere Tempo im Leben und letztlich die Tatsache, mal an einem Ort sein zu können“, sagte Ricciardo. Gerade das habe ihm in seiner aktiven Zeit gefehlt: nicht nur kurz vorbeizuschauen, sondern tatsächlich eine zusammenhängende Zeit in Australien mit Familie und Freunden zu verbringen.

Mit etwas Distanz sehe er erst, wie extrem der Takt der Formel 1 gewesen sei. Ricciardo sagte, er habe so lange in der „F1-Bubble“ gelebt, dass ihm ein auf die Minute durchgetakteter Alltag selbstverständlich vorkam. Erst nach dem Ausstieg sei ihm klar geworden, dass dieser Rhythmus „wirklich nicht normal“ gewesen sei.

Besonders deutlich wurde das für ihn bei den Heimreisen während seiner Karriere. Ricciardo erinnerte daran, dass selbst Weihnachten in Australien oft nur ein abgehetzter Besuch gewesen sei. „Früher bin ich über Weihnachten nach Hause gekommen und habe mich immer abgehetzt und versucht, 100 Dinge auf einmal zu tun, weil die Zeit eben begrenzt ist“, sagte er. Wenn alles so schnell gehen müsse, fühle es sich „nicht wirklich echt an“ und fast „wie in einem Film“.

Gerade deshalb misst er heute den kleinen, früher selbstverständlichen Dingen den größten Wert bei. „Es sind sprichwörtlich die kleinen Dinge“, sagte Ricciardo. „Sogar zu Hause: Ich kann jetzt tatsächlich mal eine echte Zeitspanne in Australien verbringen, mit der Familie, mit Freunden und all dem.“ Er sagte auch, er habe tief im Inneren immer vermisst, „ein Kind zu sein, mit Freunden abzuhängen und auf Geburtstage zu gehen“.

Für Ricciardo liegt die wichtigste Veränderung nach der Formel 1 damit nicht in einem neuen Rennprogramm, sondern in zurückgewonnener normaler Zeit. Genau das erklärt, warum sich das Leben abseits des Paddocks für ihn heute realer anfühlt als in den Jahren innerhalb der F1-Blase.