Ferrari hat seine Testwoche in Barcelona nach dem offiziellen Pirelli-Programm nicht beendet, sondern Academy-Fahrer Rafael Câmara im Anschluss einen weiteren privaten TPC-Einsatz gegeben. Damit setzte der Rennstall ein deutliches Zeichen, wie wichtig der Formel-2-Pilot inzwischen im eigenen Nachwuchsprogramm geworden ist.
Nach Angaben von AutoRacer war für Donnerstag, den 18. Juni, nach den Reifentests ein zusätzlicher Test mit dem Vorjahresauto vorgesehen. Câmara sollte dabei erneut Kilometer in einem älteren Ferrari sammeln, nachdem er bereits im vergangenen Monat am Hungaroring mit demselben Modell im Einsatz gewesen war. Dass Ferrari ihm innerhalb kurzer Zeit noch eine weitere Ausfahrt ermöglicht, unterstreicht die Rolle, die der Brasilianer intern offenbar einnimmt.
Der TPC-Test schloss sich an eine ohnehin dichte Woche in Barcelona an. Ferrari gehörte dort zu den Teams, die Pirelli bei der Entwicklung der Slicks für 2027 unterstützten. Am Mittwoch saß Charles Leclerc im Auto und absolvierte 134 Runden beziehungsweise 624 Kilometer. Gefahren wurde bei großer Hitze mit bis zu 57 Grad Streckentemperatur und 34 Grad Lufttemperatur.
Pirellis Programm war klar auf Entwicklungsarbeit ausgelegt. Am Vormittag standen auf dem C2-Reifen acht Runden lange Performance-Vergleiche mit unterschiedlichen Konstruktionsvarianten auf dem Plan. Am Nachmittag folgten Longruns mit den Favoriten unter den aktuell untersuchten 2027-Spezifikationen. Für Ferrari war das der offizielle Teil der Woche, bevor mit Câmara der Fokus auf den eigenen Nachwuchs rückte.
Ganz eindeutig ist die zeitliche Einordnung des zweiten Barcelona-Tages allerdings nicht. In einer der Zusammenfassungen wird Arthur Leclerc als geplanter Ferrari-Fahrer für Donnerstag im zweiten Pirelli-Testtag genannt. Gleichzeitig berichten RacingNews365 und AutoRacer für denselben Zeitraum von einem TPC-Einsatz Câmaras in Barcelona. Ob beide Programme parallel liefen oder ob sich die Angaben auf unterschiedliche Testfenster beziehen, geht aus den vorliegenden Informationen nicht klar hervor.
Unstrittig ist dagegen, dass Ferrari Câmara weiter gezielt Fahrpraxis verschafft. AutoRacer wertet den zusätzlichen Einsatz als Teil einer Vorbereitung auf den nächsten Karriereschritt des Academy-Piloten. Gerade weil es sich nicht nur um einen einmaligen Auftritt, sondern um den zweiten Test mit dem Vorjahresauto binnen kurzer Zeit handelt, bekommt der Einsatz mehr Gewicht als ein routinemäßiger Nachwuchs-Run.
Für Ferrari ist das sportlich relevant, weil solche TPC-Tage die seltene Gelegenheit bieten, einen Junior außerhalb eines offiziellen Rennwochenendes unter realen Bedingungen an Formel-1-Abläufe, Belastungen und technische Prozesse heranzuführen. Während Leclerc in Barcelona Daten für Pirellis künftige Reifen sammelte, nutzte Ferrari die gleiche Woche also auch, um Câmara weitere Erfahrung im F1-Umfeld zu geben. Genau darin liegt die eigentliche Aussage dieses Testplans: Ferrari investiert nicht nur in die Entwicklung von 2027, sondern zugleich sichtbar in einen Fahrer, den das Team offenbar näher an den nächsten Schritt heranführen will.
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