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Ralf Schumacher entschärft Streit mit Jos Verstappen

Ralf Schumacher hat den öffentlichen Schlagabtausch mit Jos Verstappen nach dessen scharfer Reaktion in den sozialen Medien heruntergespielt und zugleich seine Kritik an der Lage bei Red Bull bekräftigt. Nachdem Jos Verstappen ihm vorgeworfen hatte, er rede „eine Menge Bullshit“, sagte Schumacher, nach direktem Kontakt sei „alles wieder gut“.

Ausgelöst worden war der Streit durch Schumachers Analyse, Red Bull befinde sich in einer schwierigen Phase und Max Verstappen fehle dort „ein Typ wie Helmut Marko“. Schumacher hatte die Situation im Team als besorgniserregend beschrieben und darauf verwiesen, dass Marko in schwierigen Zeiten lange die Rolle des Erklärers nach außen übernommen habe.

Auf diese Aussagen reagierte Jos Verstappen öffentlich mit den Worten, Schumacher rede „eine Menge Bullshit“ beziehungsweise „beaucoup de conneries“. Im Podcast Backstage Boxengasse erklärte Ralf Schumacher, ehemaliger Formel-1-Fahrer und Sky-F1-Experte in Deutschland, danach habe es aber ein direktes Gespräch gegeben. „Ja, wir haben Kontakt gehabt“, sagte Schumacher. Jos sei „überhaupt nicht unhöflich“ gewesen, habe aber klar gemacht, „dass er es anders sieht“.

Schumacher machte deutlich, dass er den Vorfall nicht als dauerhaften Konflikt wertet. „Ich mag Jos Verstappen, ich mag Max Verstappen, also ist insofern alles gut“, sagte er. Bei Sky F1 in Deutschland schilderte er die Lage ähnlich zurückhaltend und betonte, er halte das Ganze nicht für ein Problem.

Inhaltlich rückte Schumacher dennoch keinen Millimeter von seiner Einschätzung ab. Er sagte, Markos Abgang bei Red Bull Ende 2025 sei spürbar, weil damit eine wichtige Stimme fehle. Marko habe als eine Art Sprecher für das Team Situationen erklären können, während diese Last nun offenbar „allein bei Max“ liege. Genau das, so Schumacher, sollte „nicht immer seine Aufgabe“ sein.

Zugleich zeigte er Verständnis für Jos Verstappens Reaktion. Im Podcast sagte Schumacher, dieser sei derzeit „etwas emotionaler, vielleicht etwas reizbarer oder schneller getroffen“. Für einen Vater sei es nach all den Jahren und all den Erfolgen ungewohnt, plötzlich Dinge erklären oder beantworten zu müssen. Die Schärfe der Attacke habe ihn trotzdem überrascht, weil er Max, Jos und Helmut Marko immer als eng verbunden wahrgenommen habe.

Damit ist der persönliche Streit zwar entschärft, an Schumachers Kernpunkt ändert das aber nichts: Gerade in Red Bulls schwieriger Phase fehlt dem Team aus seiner Sicht die vermittelnde Rolle, die Marko lange ausgefüllt hat, und ein Teil dieser Last landet nun bei Max Verstappen.