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Rafael Câmara fährt ersten Ferrari-F1-Test

Rafael Câmara hat für Ferrari am Hungaroring seinen ersten Test in einem Formel-1-Auto absolviert und damit den nächsten wichtigen Schritt in seiner Nachwuchskarriere gemacht. Der Brasilianer fuhr am 13. und 14. Mai in einer privaten Ausfahrt mit dem SF-25, gemeinsam mit Ferrari-Driver-Academy-Kollege Dino Beganovic.

Ferrari machte die Einheit am Donnerstag mit einem kurzen Video in den sozialen Medien öffentlich. Für Câmara war es der erste Einsatz überhaupt in einem Formel-1-Wagen, zu einem Zeitpunkt, an dem sein Aufstieg ohnehin an Tempo gewinnt. Der 21-Jährige gehört seit 2022 zur Ferrari Driver Academy und hat sich seitdem mit Titeln und konstanten Ergebnissen in eine starke Position gebracht.

Der Fahrer aus Recife hatte 2024 die Formula Regional European Championship gewonnen, ehe er im vergangenen Jahr auch den Formel-3-Titel holte. Diese Entwicklung erklärt, warum der Test mehr ist als nur ein Routineprogramm für Nachwuchsfahrer. Ferrari verschaffte einem seiner aussichtsreichsten Talente erstmals reale Kilometer in einem eigenen Auto, statt ihn nur im Juniorenprogramm weiter aufzubauen.

Die Ausfahrt in Ungarn war als private TPC-ähnliche Session angelegt, also in erster Linie dazu gedacht, Academy-Fahrern Fahrpraxis in der Formel 1 zu geben. Beganovic teilte sich das Programm mit Câmara, brachte dabei aber schon etwas mehr Erfahrung mit. Für den Schweden war es kein absoluter Erstkontakt mehr, weil er bereits im vergangenen Jahr in zwei offiziellen Trainingssitzungen zum Einsatz gekommen war. Für Câmara hingegen war es ein echtes Debüt.

Das Timing ist auch deshalb bemerkenswert, weil Câmara in seiner ersten Formel-2-Saison sofort vorne mitfährt. 2026 stieg er mit Invicta Racing in die Serie auf und liegt nach vier Rennwochenenden mit zwei Podestplätzen auf Rang zwei der Gesamtwertung. Ferrari hat ihm den ersten Formel-1-Test also nicht in einer Übergangsphase ermöglicht, sondern in einem Moment, in dem seine Ergebnisse den nächsten Karriereschritt sportlich untermauern.

Gerade deshalb bekommt die Fahrt über den reinen Erfahrungswert hinaus Gewicht. Ein privater Test garantiert noch keinen Einsatz an einem Grand-Prix-Wochenende, aber er ist oft die notwendige Vorstufe, wenn ein Team einen Junior auf offizielle Aufgaben vorbereitet. Ferrari hat bislang nicht mitgeteilt, wann Câmara erstmals in einer Rennwochenend-Session antreten könnte. Der Hungaroring-Test stärkt jedoch seinen Anspruch auf genau diese Gelegenheit.

Das ist auch aus regulatorischer Sicht relevant. Die Formel 1 verpflichtet die Teams dazu, Rookies in mindestens vier freien Trainingssitzungen einzusetzen. Gleichzeitig muss jeder Stammpilot an mindestens zwei Wochenenden sein Auto in FP1 abgeben. Für Ferrari wächst damit der Kreis der Kandidaten, die für diese Pflichttermine infrage kommen. Nach seinem ersten Test in einem Ferrari-F1-Auto hat Câmara nun nicht mehr nur seine Juniorentitel und seine starke Formel-2-Form vorzuweisen, sondern auch die erste praktische Erfahrung im direkten Umfeld des Werksteams.