Racing Bulls reist nach dem punktlosen Rückschlag von Miami mit einem klaren Ziel zum Kanada-Grand-Prix: Das Team will sich mit der nächsten Ausbaustufe seines Aeropakets und dem ersten Streckeneinsatz von Technikdirektor Dan Fallows zurück in den Kampf um Punkte bringen.
Montreal ist für Racing Bulls damit mehr als nur das nächste Update-Wochenende. In einem enger werdenden Mittelfeld soll das Paket die Antwort auf die Verschiebungen von Miami liefern, wo Alpine mit einem umfangreichen Update und starker Mercedes-Power an Haas und Racing Bulls vorbeizog. Auch Haas bringt neue Teile nach Kanada, nachdem das Team in Florida aus Budgetgründen bewusst auf weitere Entwicklung verzichtet hatte.
Für Racing Bulls ist es die zweite Stufe eines bereits länger geplanten Entwicklungsprogramms. Das erste Paket war ursprünglich für Bahrain vorgesehen, wurde aber verschoben und erst beim vorigen Rennen eingesetzt. Im Fokus standen dabei Änderungen am Unterboden und am Heckbereich des Autos. In Montreal folgt nun die nächste Tranche der geplanten Neuerungen.
Technikdirektor Tim Goss erklärte, die Vorbereitung seit Miami sei positiv verlaufen. „Die Vorbereitung seit Miami ist gut gelaufen“, sagte Goss und ergänzte, Racing Bulls bringe „die nächste Phase“ seiner frühen Aerodynamik-Updates mit und sei zuversichtlich, damit in Montreal wieder „um Punkte kämpfen“ zu können.
Der Druck ist auch deshalb gestiegen, weil Miami eine Serie beendete. Zuvor hatte Racing Bulls an drei Rennwochenenden in Folge gepunktet: in Australien, in China einschließlich Sprint und in Japan. In Miami schied Liam Lawson früh aus, nachdem ein Getriebeschaden zu einer Kollision mit Pierre Gasly geführt hatte. Teamkollege Arvid Lindblad hatte es zusätzlich schwer, weil er den Stadtkurs von Miami zuvor in keiner Nachwuchsklasse gefahren war.
Neben den neuen Teilen rückt in Montreal auch die personelle Neuaufstellung des Teams in den Mittelpunkt. Fallows wird dort erstmals seit seinem Amtsantritt im April direkt an der Strecke für Racing Bulls arbeiten. Der Brite kam von Aston Martin und seine Verpflichtung ist Teil eines umfassenderen Umbaus, der nicht nur Personalfragen, sondern auch Infrastruktur und die langfristige Ausrichtung des Teams umfasst.
Gerade deshalb bekommt das Wochenende in Kanada zusätzliche Bedeutung. Racing Bulls will nicht nur den unmittelbaren Rückstand im Mittelfeld begrenzen, sondern mit Fallows' erstem Trackside-Einsatz und dem nächsten Entwicklungsschritt die Basis für die weitere Arbeit am aktuellen Auto und an der Ausrichtung in der laufenden Reglementära bis hin zum Projekt 2027 stärken.
© Jonathan Borba