Das Qualifying zum Monaco-Grand-Prix 2026, dem sechsten Lauf der Formel-1-Saison, wird am Samstag in Monte Carlo zum entscheidenden Moment des Wochenendes, weil die Startposition auf diesem Kurs den Grand Prix fast schon vorprägt.
Auf dem 3,337 Kilometer langen Monte-Carlo-Stadtkurs mit 19 Kurven zählt eine einzelne schnelle Runde mehr als auf fast jeder anderen Strecke im Kalender. Gefahren wird auf öffentlichen Straßen, die Strecke ist extrem eng, Auslaufzonen gibt es praktisch nicht, und die Leitplanken stehen direkt neben der Fahrbahn. Schon ein kleiner Fehler kann dort zu Kontakt oder zum Ausfall führen.
Genau deshalb hat Monaco im Renntrimm einen Sonderstatus. Es ist der Grand Prix mit der niedrigsten Durchschnittsgeschwindigkeit des Jahres, in Teilen der Runde fallen die Autos auf etwa 50 km/h zurück. Überholen ist entsprechend deutlich schwieriger als auf den meisten anderen Formel-1-Kursen, was den Samstag wichtiger macht als anderswo.
Für 2026 ist deshalb zu erwarten, dass die Teams mit maximalem Abtrieb antreten, um auf der engen Strecke so viel mechanischen und aerodynamischen Grip wie möglich zu erzeugen. Pirelli bringt mit C3, C4 und C5 die drei weichsten Mischungen der Saison. Gleichzeitig gilt der Asphalt in Monaco als relativ glatt und wenig reifenintensiv, weshalb in der Vergangenheit häufig Ein-Stopp-Rennen möglich waren.
Ganz planbar wird das Wochenende trotzdem nicht. Gerade in Monaco können Safety Cars und rote Flaggen die Strategie schnell auf den Kopf stellen. Selbst wenn die geringe Reifenabnutzung auf ein berechenbares Rennen hindeutet, bleibt der Spielraum für Fehler minimal, weil jede Unterbrechung den Verlauf des Grand Prix sofort verändern kann.
Die Wetterprognose mit überwiegend sonnigen Bedingungen und rund 22 Grad am Sonntag verschiebt den Fokus damit noch stärker auf die reine Ein-Runden-Pace im Qualifying. Wer in Monte Carlo am Samstag liefert und den Rest des Wochenendes ohne Fehler zwischen den Leitplanken bleibt, verschafft sich im sechsten Saisonlauf den wohl größten Vorteil, den eine Startposition im Kalender haben kann.
© Spencer